Heuschnupfen: Wie Homöopathie die Beschwerden lindern kann
Autorin
Alexandra Kuhn
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Heilpraktikerin und Homöopathie-Expertin bei der Deutsche Homöopathie-Union (DHU), tätig im Team Medizin und Wissenschaft.
Jedes Jahr das gleiche Leid. Paul spürt sofort, wenn im zeitigen Frühling die ersten Pollen fliegen. Seine Augen jucken und tränen, die Nase ist rot und läuft wie ein Wasserfall. Am liebsten würde er sich in der Pollenflugzeit zu Hause verkriechen. Leider zeigt auch schon seine zweijährige Tochter die ersten Heuschnupfen-Symptome. Um der Kleinen und auch ihm selbst das Leben zu erleichtern und die Frühlings- und Sommerzeit angenehmer zu machen, fragt er sich, welche Maßnahmen gegen Heuschnupfen wirkungsvoll sind? Welche Mittel machen nicht so unendlich schlapp und müde? Welche Wirkstoffe wirken gegen die Beschwerden und hilft Homöopathie bei Heuschnupfen? Wir haben hier für Sie die wichtigsten Informationen, moderne Behandlungsmethoden und wertvolle Experten-Tipps zum Thema Heuschnupfen zusammengestellt.
Heuschnupfen ist die in Deutschland am häufigsten vorkommende allergische Erkrankung, rund 15 Prozent der Erwachsenen sind davon betroffen (*). Anders als der Name vermuten lässt, sind die Symptome jedoch nicht nur auf eine allergische Reaktion auf Heu zurückzuführen. Auslöser sind die Pollen (Blütenstaub) der meisten windbestäubten Pflanzen wie Bäume, Gräser, Getreide und Kräuter. Aber auch Tierhaare, Schimmelpilze oder Hausstaubmilben können für eine allergische Reaktion verantwortlich sein. Eine laufende, juckende Nase, Niesreiz oder tränende und entzündete Augen treten dann nicht nur saisonal, sondern ganzjährig auf. Wer unter allergischem Schnupfen leidet, aber nichts dagegen unternimmt, läuft Gefahr, dass es zu einem sogenannten Etagenwechsel kommt. Es entwickelt sich starker Heuschnupfen, der in die unteren Atemwege wandert, was zu chronischer Bronchitis und allergischem Asthma führen kann.
Wenn die Pollen fliegen: Heuschnupfen kann für Betroffene sehr quälend sein. Die Nase läuft und oft tränen und jucken auch die Augen.
Was sind die Symptome von Heuschnupfen? Wie schlimm kann Heuschnupfen sein? Diese Anzeichen sprechen für einen allergischen Schnupfen (auch: allergische Rhinitis):
- Die Nase beginnt plötzlich fast unablässig zu laufen. Das Sekret ist dabei dünnflüssig und farblos.
- Juckreiz in der Nase und im Rachen sind möglich.
- Die Augen können gerötet und geschwollen sein, jucken und brennen.
- Häufige Niesattacken sind möglich.
Pflanzenpollen werden mit der Luft eingeatmet. Bei manchen lösen sie einen Heuschnupfen aus. Dabei behandelt das Immunsystem die eigentlich harmlosen Pollen irrtümlicherweise wie Krankheitserreger und schüttet Antikörper und Histamin aus. Dies führt zu den typischen Symptomen.
Warum bekommt man plötzlich Heuschnupfen? Eine Auswertung von Versichertendaten zeigt, dass sich bei immer mehr Menschen im fortgeschrittenen Alter Heuschnupfen entwickelt, auch wenn sie nie zuvor Beschwerden hatten. Diskutiert wird ein Zusammenhang mit Umweltschadstoffen, die die Pollen aggressiver machen (**). Hinzu kommt, dass der Pollenflug immer länger dauert. Eine Fehleinschätzung des Immunsystems ist die Ursache für Heuschnupfen. Er entsteht, weil unsere körpereigene Abwehr auf harmlose, alltägliche Dinge wie Staub oder Blütenpollen übermäßig reagiert. In Folge kommt es schließlich zu einer Ausschüttung von Entzündungsmediatoren, z.B. Histamin (Gewebshormon, Botenstoff), die die Schleimhäute reizen und sie anregen, vermehrt Sekret zu bilden. Die häufigsten Heuschnupfen-Auslöser sind in Deutschland Gräserpollen, Ambrosia, sowie Birken-, Hasel- und Erlenpollen. Immer häufiger sind auch Allergien auf Pflanzen wie die Japanische Zeder oder den Olivenbaum.
Stefan Reis
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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Ein Heuschnupfen (Pollinose) ist schon aufgrund der speziellen Erscheinungsform gut zu erkennen. Dabei kommt es nach Kontakt mit einem Allergen (Pollen) sehr rasch zum klassischen Bild: Niesattacken, begleitet von meist wässrigem Nasensekret und verstopfter Nase. Sehr häufig kommt Juckreiz hinzu – an oder in der Nase, an den Augen, an und in den Ohren, in Mundhöhle oder Rachen. Die Augen sind oft stark gerötet und die Lider geschwollen, es besteht starker Tränenfluss. Auch Husten kann die Schnupfenattacken begleiten.
Die Untersuchung
Oft ergeben sich aus der Anamnese weitere Hinweise. Heuschnupfensymptome erscheinen immer dann, wenn ein Kontakt zu den Pollen besteht, auf die man allergisch reagiert. Meistens ist dies nur zu bestimmten Jahreszeiten der Fall. Auch die Tageszeit kann eine Rolle spielen, ebenso wie die Frage, ob die Symptome eher im Freien oder im Haus auftreten. Wenn bereits andere Allergien bekannt sind, oder die Eltern unter Allergien leiden, ist die Wahrscheinlichkeit eines allergischen Schnupfens größer. Überempfindlichkeiten gegen bestimmte Nahrungsmittel können Hinweise auf eine sogenannte „Kreuzallergie“ sein und damit auf die Allergie auslösenden Pollen hindeuten.
So herrlich ein Spaziergang über eine Wiese auch ist: Blühende Gräser lösen bei Allergikern Symptome wie laufende Nase und tränende Augen aus. Die Beschwerden treten in der Regel sofort bei Kontakt auf.
Die Diagnose
Wenngleich die Diagnose „Heuschnupfen“ meist schon aufgrund der Anamnese zu stellen ist, fällt es nicht immer ganz leicht, die auslösenden Pollen sicher zu bestimmen. Wenn man nicht weiß, wogegen eine Allergie besteht, kann man den entsprechenden Auslöser auch nicht zielsicher meiden. Hier können weitergehende Untersuchungen, wie Hauttest (Pricktest), Provokationstest (beim Arzt) oder auch eine spezielle Blutuntersuchung, Aufschluss geben.
Die Abgrenzung
Heuschnupfenartige Symptome können in manchen Fällen auch in anderem Zusammenhang auftreten. Abgegrenzt werden muss der Heuschnupfen dann gegen eine allergische Rhinitis, der andere Allergene zugrunde liegen, zum Beispiel Hausstaub, Tierhaare, Kosmetika, Reinigungsmittel, etc. Einige Medikamente können heuschnupfenartige Symptome als Nebenwirkung auslösen. Auch eine Erkältung kann sich zunächst wie ein Heuschnupfen darstellen.
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Dr. Joachim Mayer-Brix
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Dr. Joachim Mayer-Brix führt eine eigene HNO-Praxis in Erlangen. Seine Spezialgebiete sind die HNO-Heilkunde und die Phoniatrie-Pädaudiologie mit Abklärung und Therapie auditiver Wahr-nehmungsstörungen (AVWS). Er behandelt bevorzugt mit klassischer Homöopathie und strebt die optimale Verbindung von schulmedizinischer und naturheilkundlicher Behandlung an.
Beim Heuschnupfen reagiert das Immunsystem überschießend, mit Niesen, Schnupfen und Tränenfluss, auf eigentlich harmlose Pollen. Dies zeigt an, dass tatsächlich eine Überreaktion des Körpers stattfindet. Es handelt sich bei Heuschnupfen also keineswegs um eine generell harmlose Erkrankung.
Der Verlauf
Wie ist der Verlauf einer Pollenallergie? Viele Menschen haben schon die Erfahrung gemacht, dass sich ein Heuschnupfen ganz plötzlich entwickeln kann und sich je nach Lebenssituation, zum Beispiel während einer Schwangerschaft, auch verändern kann.
Ein Heuschnupfen kann sich entweder neu entwickeln oder auf Grundlage einer allergischen Neigung, wie beispielsweise bei Kindern mit Neurodermitis, auftreten. Häufig findet bei Kindern mit Neurodermitis ein Wechsel von den Hautsymptomen zu Heuschnupfen und später auch teilweise zu allergischem Asthma statt. Man spricht dann von einem sogenannten Etagenwechsel (das Übergreifen von den oberen auf die unteren Atemwege).
Man sollte einen Heuschnupfen daher stets behandeln.
Die Prognose
Behandelt man einen Heuschnupfen nicht, dann kann er entweder als Allergie gegen bestimmte Pollen bestehen bleiben, zum Beispiel gegen Frühblüher wie Birke, Hasel oder Erlenpollen, oder er kann im Laufe der Zeit weitere Allergene betreffen. Also zum Beispiel auch Nahrungsmittel, Hausstaub oder Tierhaare.
Kann man Heuschnupfen für immer loswerden? Eine generelle Neigung zu Heuschnupfen bleibt erhalten. Eine geeignete Behandlung kann aber einer Verschlimmerung vorbeugen.
Die Komplikationen
Eine mögliche Verschlimmerung des Heuschnupfens geht oft mit weiteren Einschränkungen im täglichen Leben einher, z.B. der Vermeidung der Allergie auslösenden Pollen oder/und Nahrungsmitteln. Die Entwicklung eines allergischen Asthmas ist eine weitere mögliche Komplikation.
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Stefan Reis
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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Heuschnupfen natürlich behandeln: Bei der homöopathischen Therapie müssen die individuellen Symptome eines jeden Krankheitsfalles genau betrachtet werden, um eine dazu passende Arznei verordnen zu können. Dabei spielen die subjektiven Beschwerden die größte Rolle, die seitens des Behandlers möglichst detailliert erfragt werden.
Für die Wahl eines homöopathischen Arzneimittels ist beispielsweise die Beantwortung folgender Fragen wichtig:
- Wissen Sie, welche Pollen bei Ihnen den Heuschnupfen auslösen?
- Beschreiben Sie möglichst genau, wie sich ein solcher Heuschnupfenanfall bei Ihnen zeigt und wie er abläuft. Haben Sie Niesanfälle, ist die Nase dabei verstopft oder fließt wässriges Sekret heraus? Sind andere Organe (Augen, Ohren, Gaumen, Haut) ebenfalls betroffen, etwa durch Juckreiz, Rötung, Schwellung?
- Was löst die jeweilige Attacke aus, unter welchen Umständen treten die Symptome vor allem auf? Im Freien, im Zimmer, früh morgens, tagsüber oder am Abend? Spielen Kälte oder Wärme eine Rolle?
- Wie ist das Sekret aus der Nase genau beschaffen? Von welcher Konsistenz ist es? Ist es gefärbt oder klar? Verursacht es Brennen oder Beißen oder Wundheit der Haut?
- Falls Sie Juckreiz (Nase, Augen, Ohren, Gaumen) haben sollten: Was passiert, wenn Sie die juckende Stelle kratzen oder reiben? Vergeht der Juckreiz oder wird er dadurch sogar schlimmer? Kommt es an der gekratzten Stelle zu Schwellung, Rötung, Brennen, Nässen, Bluten oder dergleichen?
- Haben Sie begleitend zu Ihren Heuschnupfensymptomen noch andere Beschwerden, wie zum Beispiel Husten, Atemnot, Kopfschmerzen, Fieber, Durchfall etc.? Sind der Geruchs- und Geschmackssinn beeinträchtigt?
- Darüber hinaus möchte der Homöopath auch alle weiteren Beschwerden erfahren, die mit dem Heuschnupfen verbunden sind. Er möchte von Ihnen wissen, ob beispielsweise die Verdauung, der Appetit oder Durst verändert sind, wie Ihr Energiehaushalt ist, ob Sie unter Schweißausbrüchen leiden und so weiter.
Dazu kommen die objektiven Befunde, die man bei der Untersuchung erhebt. All dies zusammen ergibt das vollständige Krankheitsbild, anhand dessen der Homöopath eine passende Arznei auswählt. Nach dem Selbstverständnis der Homöopathie ist es Ziel der homöopathischen Behandlung, den erkrankten Organismus bei der Selbstheilung zu unterstützen und so die Beschwerden zu lindern.
Nutzen Sie unseren Selbstbeobachtungsbogen und vermerken Sie darauf schnell und einfach Ihre Beschwerden. So kann Ihr Gesundheitsexperte das individuell passende Mittel noch besser finden. Und Sie sind perfekt fürs Gespräch in der Apotheke, beim Arzt oder Heilpraktiker vorbereitet.
Stefan Reis
·
Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Was hilft wirklich bei starkem Heuschnupfen? Wie behandelt man Heuschnupfen? Da der Heuschnupfen nicht bei allen Betroffenen gleich starke Beschwerden auslöst, sind auch die erforderlichen therapeutischen Maßnahmen sehr unterschiedlich.
- Hilfreich ist natürlich immer, die auslösenden Allergene – sofern bekannt – zu meiden. Dabei sollte man auch an mögliche Kreuzallergien denken. Wer beispielsweise weiß, dass er eine Allergie gegen die Pollen des Haselstrauchs hat, verträgt oft auch keine Haselnüsse. Ähnlich verhält es sich mit Birkenpollen und Äpfeln.
- Zu den hygienischen Maßnahmen gehört ein angepasstes Lüftungsverhalten in der Wohnung: Am frühen Morgen und späten Abend (übrigens auch nach einem Regenschauer) ist der Pollenflug meist schwächer, daher sind das die optimalen Zeiten fürs Durchlüften. Hilfreich könnten hierbei auch Pollenfilter sein.
- Da die Pollen oft an der Kleidung oder in den Haaren haften, sollten man getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer aufbewahren und die Haare möglichst vor dem Zubettgehen waschen. Eine abendliche „Nasendusche“ spült Pollen aus.
- Trotz aller hygienischer Maßnahmen können aber beschwerliche Symptome bestehen bleiben, die eine Behandlung nötig machen.
Die konventionelle Medizin setzt dabei oft auf Histamin-blockierende Wirkstoffe. Diese sind oft sehr wirksam, führen aber leider auch häufig zu Nebenwirkungen (wie zum Beispiel Müdigkeit).
Um die Allergie grundsätzlich abzuschwächen, kann außerhalb der eigentlichen Heuschnupfenzeit eine sogenannte Hyposensibilisierung durch den Arzt durchgeführt werden. Dabei werden, vereinfacht gesagt, die Allergie auslösenden Pollen in geringer Dosis verabreicht, um so die überschießende Reaktion des Immunsystem in der folgenden Saison zu verhindern oder abzumildern.
Wo es sinnvoll erscheint, kann auch eine Unterstützung der Darmflora hilfreich sein (Probiotika).
Manchen Menschen helfen auch Maßnahmen, die den Säure-Basenhaushalt regulieren.
Mit Hilfe der Homöopathie können Betroffene oft schon nach wenigen Tagen deutliche Erleichterung erfahren. Der Behandler achtet dabei auf die individuelle Symptomatik des Betroffenen. Auch auf Symptome, die auf den ersten Blick mit dem Heuschnupfen nichts zu tun zu haben scheinen. Dazu kommt, dass die Erfahrung gezeigt hat, dass dem Einzelnen nicht zwangsläufig in jeder Saison dasselbe homöopathische Arzneimittel hilft, weil sich die Symptome von Jahr zu Jahr, wenn auch nur geringfügig, unterscheiden.
Das für Sie individuell passende Mittel finden
In der Homöopathie wird die Mittelauswahl so genau wie möglich auf den individuellen Menschen und seine jeweilige Gesundheitssituation abgestimmt. Fundiert homöopathisch ausgebildete Fachkräfte beraten Sie optimal und können auch auf Möglichkeiten und Grenzen bei der Behandlung hinweisen.
Aufgrund der großen Bandbreite an homöopathischen Mitteln sowie der traditionellen, erfahrungserprobten Anwendungsgebiete der einzelnen Mittel (oft ein gutes Dutzend oder mehr) macht eine pauschale Nennung nur eines Mittels oder Anwendungsgebietes bei der entsprechenden Indikation wenig Sinn.
Nutzen Sie die Therapievielfalt und das Fachwissen Ihrer Gesundheitsexperten: Fragen Sie Ihre naturheilkundlich orientierte Ärztin, Ihren Heilpraktiker oder Ihren Apotheker nach der für Sie passenden Behandlung von Arthritis mit Homöopathie!
Markus Wiesenauer
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Dr. Markus Wiesenauer ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie, Naturheilverfahren und Umweltmedizin und namhafter Autor zahlreicher Sach- und Fachbücher zum Thema Homöopathie.
Heuschnupfen, die sogenannte allergische Rhinitis, gehört zu den saisonalen Allergien. Sie treten nur zu bestimmten Zeiten des Jahres auf, wenn Blumen, Bäume und Gräser winzige Pollenpartikel in die Luft abgeben. Das Immunsystem von Menschen, die auf Pollen allergisch reagieren, betrachtet sie als Eindringlinge und reagiert geradezu „panisch“; es findet also eine Überreaktion statt. Es werden in zu hohem Maße körpereigene entzündungsfördernde Stoffe in den Blutkreislauf ausgeschüttet. Ihre Freisetzung verursacht die typischen Allergiesymptome.
Typische Symptome
Wie erkennt man Heuschnupfen bei Kindern? Es ist wichtig, den Heuschnupfen von einem herkömmlichen Erkältungsschnupfen zu unterscheiden.
- Bei Heuschnupfen hat Ihr Kind häufige Niesanfälle und eine laufende, juckende oder verstopfte Nase.
- Auch Rachen und Mundhöhle sind empfindlich und können jucken.
- Ebenso kann es zu roten, juckenden, geschwollenen, tränenden Augen und Kopfschmerzen kommen.
- Ähnliche Symptome können auch (einzeln oder zusammen) bei einem Erkältungsschnupfen auftreten.
- Es gibt jedoch Unterschiede: Heuschnupfen setzt plötzlich ein, der Erkältungsschupfen eher langsam. Bei einem Erkältungsschnupfen kann leichtes Fieber auftreten; Heuschnupfen geht bei kleinen Kindern selten mit Fieber einher. Heuschnupfen hält an. Während sich der harmlose Erkältungsschnupfen üblicherweise in ein bis zwei Wochen erledigt hat, dauert die allergische Rhinitis so lange wie das Allergen in der Umwelt auftritt. Die Blüteperiode bestimmter Gräser kann über Wochen andauern. Wenn Ihr Kleines dagegen allergisch ist, leidet es so lange unter Heuschnupfen.
- Weitere untrügliche Anzeichen für Heuschnupfen: Die Symptome treten jedes Jahr etwa zur gleichen Zeit auf (meist März bis Oktober). Sie sind außerdem wetterabhängig: Bei Regen sind viel weniger Pollen (und damit Allergene) in der Luft als bei Sonnenschein.
Babys leiden in ihrem ersten Lebensjahr sehr selten unter Heuschnupfen, eher unter einer Nahrungsmittelallergie. Ansonsten können Heuschnupfensymptome in jedem Alter beginnen. Bei Kindern kann das schon zwischen dem 3. und 5. Lebensjahr sein. Selbst Kinder, die in vorangegangenen Jahren nie an Heuschnupfen gelitten haben, können Symptome entwickeln. Eine familiäre Veranlagung ist häufig vorhanden. Wenn Mutter oder Vater an Allergien leiden sind ihre Kinder anfälliger für allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen.
Selbst kleine Kinder können von jetzt auf nachher Heuschnupfen bekommen. Eine Rhinitis können Sie daran erkennen, dass sie plötzlich und während einer Blüteperiode auftritt.
Was kann man gegen Heuschnupfen bei Kindern tun?
Heuschnupfen kann sich „verwachsen“, also durchaus abklingen, was eine rechtzeitige Behandlung voraussetzt. Bei starken Ausprägungen benötigt Ihr Kind ärztliche Unterstützung.
- Mildere Formen kommen in der Regel mit Hausmitteln aus. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, die Symptome zu lindern und Ihrem Kind Erleichterung zu verschaffen. Der wichtigste Schritt ist, die Auslöser für die allergische Reaktion herauszufinden und möglichst effektiv auszuschließen. Ihr Kind lernt mit Ihrer Unterstützung den Kontakt mit dem Allergen zu vermeiden oder bestmöglich zu minimieren.
- Über einen Hauttest („Pricktest“) beim Allergologen lässt sich am besten herausfinden, wogegen Ihr Kind allergisch ist. Hauttests sind aber nicht immer zuverlässig. Bei unklaren Testergebnissen kann ein Blut-Allergietest sinnvoll sein. Häufig zeigen die Testergebnisse an, dass Ihr Kind nicht eine einzige, sondern mehrere Allergien aufweist (beispielsweise gegen Gräserpollen und Katzenhaare). Je genauer das Testergebnis, desto einfacher und effektiver lassen sich die auslösenden Allergene vermeiden. Bei Heuschnupfen gibt es zum Beispiel zuverlässige regionale Pollenflug-Vorhersagen, die bei der Vermeidung helfen.
- Kleinen Kindern helfen einige einfache Maßnahmen, die Sie selbst durchführen können. Versuchen Sie in erster Linie, die Allergene „auszusperren“ und die Umgebung Ihres Kindes möglichst pollenfrei zu halten. Schließen Sie die Fenster während der Hauptpollenflugzeiten und versuchen Sie, die Pollen im Haus zu beseitigen (Staubsauger mit Pollenfilter, Lüftung im Auto mit Pollenfilter). Cremen Sie die Nasenlöcher der Kleinen und Kleinsten mit Vaseline oder einem speziellen Barrierebalsam ein, der die Pollen abfängt. Meiden Sie unbedingt die Nähe von Allergie auslösenden Pflanzen. Bei starker Ausprägung der Heuschnupfensymptome kann ein (zeitweiser) Wechsel der Umgebung helfen. Hilfreich ist, abends zusätzlich zum Gesicht und Hals auch die Haare zu waschen.
Behandlung durch den Arzt
Wie schlimm kann Heuschnupfen sein? Heuschnupfen an sich ist nicht gefährlich, jedoch mindestens lästig. Wenn Ihr Kind Heuschnupfensymptome aufweist, die länger als eine Woche anhalten, oder wenn Sie einen Heuschnupfen vermuten (zum Beispiel, wenn eine familiäre Veranlagung vorhanden ist), holen Sie sich auf jeden Fall ärztlichen Rat ein. Bleibt Heuschnupfen unbehandelt, ist der Übergang zu allergischem Asthma möglich. Das sollte auf jeden Fall verhindert werden.
Bei Verdacht auf Heuschnupfen ist eine ärztliche Expertise wichtig. Denn bleibt Heuschnupfen unbehandelt, kann allergisches Asthma entstehen.
Mehr Wissen
Hausmittel und naturheilkundliche Maßnahmen können, sofern sie dem Alter Ihres Kindes angepasst sind, eine Behandlung unterstützen. Dazu gehört auch die Anwendung homöopathischer Mittel. Auch Akupunktur und Hyposensibilisierung können hilfreich sein. Besprechen Sie solche Maßnahmen bitte mit Ihrem Arzt.
Naciye Arslanoglu
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Naciye Arslanoglu ist Apothekerin und Expertin für Homöopathie und Naturheilkunde aus Nagold.
In Deutschland leidet nahezu jeder Dritte unter einer Allergie. Der Heuschnupfen gehört dabei zu den häufigsten Allergien.
Vorbeugen
Man kann nicht hundertprozentig vermeiden, dass man einen Heuschnupfen entwickelt. Aber vor allem bei Kindern kann man auf folgende Faktoren achten:
- schimmelpilz-förderndes Raumklima vermeiden
- auf das Rauchen verzichten – auch schon während der Schwangerschaft
- Luftschadstoffe in Innen- und Außenräumen reduzieren
Tipps bei Heuschnupfen
Halten Sie die Nasenschleimhäute feucht
Ist die Nase trocken, haben Pollen & Co. leichtes Spiel. Sie können daher entweder zu Meersalz-Nasenspray greifen oder morgens und abends eine Nasenspülung mit einer isotonen Salzspülung (aus der Apotheke) anwenden. Leicht hypertone Salzlösungen entfalten einen abschwellenden Effekt auf die Schleimhäute. Zugleich wird die Nasenschleimhaut wirkungsvoll von den Allergenen befreit, was freies Atmen erleichtert.
Praktische Alltagstipps
Waschen Sie sich die Haare möglichst abends. Tagsüber können sich im Haar oftmals Pollen verfangen, die Ihnen dann nachts Probleme bereiten könnten. Legen Sie aus demselben Grund Ihre Straßenkleidung außerhalb des Schlafzimmers ab. Auch das verringert die Pollenbelastung im Schlafzimmer. Tragen Sie draußen eine Sonnenbrille: Das schützt die Augen.
Am besten abends die Haare waschen: So werden die Pollen abgewaschen, und Allergiker können nachts freier atmen und besser schlafen.
Darmflora stärken
Eine gesunde Darmflora kann dazu beitragen, das Immunsystem in Balance zu halten und die allergischen Beschwerden zu mindern.
Augentrost
Jucken die Augenlider, können Augenkompressen mit abgekühltem Augentrost-Tee Erleichterung verschaffen.
Pollenwarnungen beachten
Hören Sie auf die Pollenwarnungen. Dafür gibt es auch praktische Pollen-Apps fürs Smartphone.
Weitere Infos: www.pollenstiftung.de
Wann zum Arzt?
Nehmen Sie eine Allergie nicht auf die leichte Schulter, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder Heilpraktiker. Denn unbehandelt kann eine Allergie einen sogenannten Etagenwechsel vollziehen – von den oberen in die unteren Atemwege wandern und im schlimmsten Fall zu einem allergischen Asthma führen.
*) Allergieinformationsdienst: https://www.allergieinformationsdienst.de/krankheitsbilder/heuschnupfen/verbreitung.html
**) European Centre for Allergy Research Foundation (Stiftung ECARF):
https://www.ecarf.org/pollenallergien-immer-haeufiger-im-hoeherem-alter
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