Schnupfen: Wie Homöopathie die Beschwerden lindern kann
Autorin
Alexandra Kuhn
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Heilpraktikerin und Homöopathie-Expertin bei der Deutsche Homöopathie-Union (DHU), tätig im Team Medizin und Wissenschaft.
Drei Päckchen Taschentücher am Tag reichen Annalena kaum, so stark ist ihr Schnupfen. Sie bekommt schlecht Luft, die Nase ist gerötet, geschwollen und tut weh. „Es ist ja nicht so schlimm, dass ich deswegen zum Arzt rennen muss“, denkt sich die junge Frau. „Aber schöner wär’s schon, wenn es gute Mittel gäbe und der Schnupfen bald vorbei wäre!“ Welche Maßnahmen sind wirklich effektiv? Hilft Homöopathie bei Schnupfen? Wir haben hier für Sie die wichtigsten Informationen und wertvolle Experten-Tipps zum Thema Schnupfen zusammengestellt.
Wenn die Nase läuft, die Augen tränen und der Hals kratzt, sind das typische Erkältungsanzeichen. Denn allein tritt ein Schnupfen so gut wie nie auf. Aber was versteht man unter Schnupfen? Fast immer kommt die auch Rhinitis genannte Entzündung der Nasenschleimhäute im Schlepptau eines grippalen Infektes. Per Tröpfchen- oder Schmierinfektion gelangen Krankheitserreger über die Eintrittspforten Mund und Nase in den Körper, wo sie sich vermehren und Entzündungen auslösen. In der Nase schwellen die Schleimhäute an und produzieren vermehrt Sekret, um die Keime schnellstmöglich wieder auszuspülen. In der Regel dauert ein banaler Schnupfen eine Woche bis längstens 14 Tage. Zeigt sich bis dahin keine Besserung oder bildet sich zähes, gelblich-grünes Sekret, sollte ein Arzt um Rat gefragt werden. Denn bei einem starken, hartnäckigen Schnupfen kann sich auf die von Erkältungsviren verursachte Entzündung noch eine bakterielle Infektion setzen oder sich eine Nasennebenhöhleninfektion (Sinusitis) mit zusätzlichen Symptomen wie Kopfschmerzen und Fieber entwickeln.
Die Nase läuft, das Atmen fällt schwer und permanent muss man sich die Nase putzen. Ein Schnupfen kann sehr lästig sein, vergeht aber in der Regel nach spätestens zwei Wochen wieder.
Wie äußert sich Schnupfen? Typische Symptome für Schnupfen sind:
- Ein banaler, leichter Schnupfen beginnt meist mit einem Brennen und Kitzeln in der Nase.
- Häufig treten Niesreiz und ein Anschwellen der Nase auf.
- Zunächst bildet sich klares und wässriges Nasensekret, das sich im weiteren Verlauf in gelblich-grünes, zähflüssiges Sekret wandeln kann. Bei einem schweren Schnupfen ist die Nase verstopft und die Beschwerden halten sich hartnäckig.
- Häufig ist sowohl der Geruchs- als auch der Geschmackssinn beeinträchtigt
Erkältungsschnupfen wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Beim Ausatmen gibt ein erkrankter Mensch viele winzige unsichtbare Tröpfchen, in denen sich auch die Krankheitserreger befinden, in den Raum ab. Atmet ein anderer sie ein, steckt er sich mit den Erregern an.
Wieso bekommt man eigentlich Schnupfen? Eine wichtige Ursache für Rhinitis ist: Niemand ist gefeit vor den ganzjährig umherschwirrenden Erkältungsviren. Allein von den am häufigsten vorkommenden Erregern, den Rhinoviren, gibt es rund 160 verschiedene Varianten. Hinzu kommt: Die Viren Symptome von Schnupfen verändern sich ständig und täuschen das Immunsystem. Die Abwehrzellen erkennen sie nicht und starten jedes Mal das Analyse- und Abwehrprogramm des Körpers neu.
Kann man Schnupfen durch Kälte bekommen?
Je kälter die Luft ist, desto kälter werden auch die Schleimhäute. Dadurch wird die Nasenschleimhaut schlechter durchblutet. Weniger weiße Blutkörperchen gelangen in die Nase, die lokale Abwehr klappt nicht mehr so gut. Setzen sich dann Viren auf der Schleimhaut fest, können sie sich dort vermehren. Ein paar Grad mehr oder weniger machen da schon einen großen Unterschied: Forscher der Universität Yale (*) konnten zeigen, dass Atemwegszellen bei einer Temperatur von 37 °C Rhinoviren sehr gut in Schach hielten. Bei 33 °C war die Abwehrleistung schon deutlich geschwächt. Es ist also gut, die Nase von kalter Luft abzuschirmen und in den Schal zu stecken.
Stefan Reis
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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Unter Schnupfen verstehen wir im Allgemeinen eine Reizung oder Entzündung der Nasenschleimhaut, die mit Schwellung und Sekretbildung einhergeht. Oft bestehen auch Niesreiz und eine Beeinträchtigung des Geruchssinns. Wenn das Sekret dünnflüssig-wässrig ist, spricht man von einem Fließschnupfen; ist die Nase dagegen verstopft, von einem Stockschnupfen.
Für einen Schnupfen gibt es verschiedene Gründe. Am häufigsten handelt es sich um eine virale, manchmal auch bakterielle Infektion. Es kann sich aber auch um ein allergisches Geschehen handeln. Ebenso reagiert die Nasenschleimhaut auf ähnliche Weise auf Reizstoffe. Nicht zuletzt könnte es sich bei einem Schnupfen um eine Nebenwirkung eingenommener Medikamente handeln.
Die Untersuchung
Das Patientengespräch, die Anamnese, erbringt in den meisten Fällen Klarheit über die Art des Schnupfens.
Die Diagnose
Wenn es einer exakten Diagnose bedarf, könnte man – je nach vermutetem Hintergrund – einen Allergietest veranlassen.
Die Abgrenzung
Eine Untersuchung des Naseninneren und des oberen Rachenraums kann vielleicht Polypen erkennen lassen, die ebenfalls eine Ursache für Schnupfen sein können, vor allem wenn die Beschwerden sehr lange anhalten oder ständig wiederkommen.
Bei häufig wiederkehrendem Schnupfen kann ein Allergietest sinnvoll sein.
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Dr. Joachim Mayer-Brix
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Dr. Joachim Mayer-Brix führt eine eigene HNO-Praxis in Erlangen. Seine Spezialgebiete sind die HNO-Heilkunde und die Phoniatrie-Pädaudiologie mit Abklärung und Therapie auditiver Wahr-nehmungsstörungen (AVWS). Er behandelt bevorzugt mit klassischer Homöopathie und strebt die optimale Verbindung von schulmedizinischer und naturheilkundlicher Behandlung an.
Ein Schnupfen kann sehr verschieden ablaufen, was gar nicht so vielen Menschen bekannt ist. Wir kennen 3 verschiedene Formen: Den vorübergehenden akuten Schnupfen, den wiederholt auftretenden Schnupfen und den chronischen Schnupfen.
Der Verlauf
- Akuter Schnupfen: Diese Art von Schnupfen kennt jeder! Er beginnt meist plötzlich mit anderen Erkältungszeichen wie Halskratzen und klingt meist nach etwa 2 Wochen ab. Dann sind 60-80% der Menschen wieder vollständig genesen.
- Interessant ist zu wissen, dass Ärzte bis zu 6 Wochen von einem akuten Schnupfen sprechen, erst dann sind nämlich 90% der Patienten ihren Schnupfen wieder los.
- Die Aussicht auf Heilung ist sehr gut, er heilt meistens folgenlos aus. Der Schnupfen kann aber auch einmal in eine Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) übergehen.
- Nach der Heilung ist das Immunsystem meistens gestärkt und eine weitere Untersuchung ist in der Regel nicht notwendig.
Die Prognose
- Wiederholter akuter Schnupfen: Nun gibt es leider auch Menschen, bei denen es nach der Abheilung eines akuten Schnupfens schon nach kurzer Zeit wieder zu einem Schnupfen kommt. Man nennt das einen „wiederholt auftretenden“ akuten Schnupfen, wenn dies höchstens viermal im Jahr der Fall ist.
- Beim „wiederholten“ Schnupfen sollten Patient und Arzt hellhörig werden und gemeinsam nach den Ursachen forschen. Diese können in der Lebensweise, in der Umgebung, einem Vitamin- oder Nährstoffmangel oder auch einer Erkrankung liegen.
- Die Heilungsaussicht ist gut, wenn die Ursache gefunden wird. Auch dieser Schnupfen kann eventuell in eine Nebenhöhlenentzündung übergehen.
- Bei kleinen Kindern kann ein Schnupfen den nächsten fast sofort ablösen, da ihr Immunsystem an den verschiedenen Keimen der Umwelt üben muss und sich so die Immunabwehr stärkt. Dies ist in der Regel harmlos.
Die Komplikationen
- Ein chronischer Schnupfen sollte unbedingt von einem HNO-Arzt untersucht und abgeklärt werden.
- Die Heilungsaussicht ist meist auch hier gut, allerdings müssen die Ursachen gefunden und beseitigt werden.
- Ein chronischer Schnupfen geht fast immer mit einer Nasennebenhöhlenentzündung einher. Daher ist hier die Gefahr einer Ausbreitung größer.
- Ebenso können sich Polypen bilden, die die Nase hartnäckig verstopfen.
- Sehr selten kann ein chronischer Schnupfen auch Hinweis auf eine schwerere Erkrankung sein, die heute aber dank moderner Untersuchungsmethoden sehr sicher zu entdecken und zu behandeln ist.
Stefan Reis
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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Schnupfen natürlich behandeln: Bei der homöopathischen Therapie müssen die individuellen Symptome eines jeden Krankheitsfalles genau betrachtet werden, um eine dazu passende Arznei verordnen zu können. Dabei spielen die subjektiven Beschwerden die größte Rolle, die seitens des Behandlers möglichst detailliert erfragt werden.
Für die Wahl eines homöopathischen Arzneimittels ist beispielsweise die Beantwortung folgender Fragen wichtig:
- Unter welcher Art Schnupfen leiden Sie: Akuter oder chronischer, Fließ- oder Stockschnupfen? Oder handelt es sich um einen allergischen Schnupfen?
- Beschreiben Sie das Nasensekret: Wie ist die Konsistenz, ist es leicht auszuschneuzen? Wechselt vielleicht ein Stock- mit einem Fließschnupfen? Wie ist die Farbe? Bilden sich ungewöhnlich starke Borken in der Nase? Ist vielleicht nur eine Nasenseite betroffen?
- Haben Sie Schmerzen im Bereich der Nase oder Nebenhöhlen und, falls ja, welcher Art sind diese (drückend, pochend, stechend, brennend, wund etc.)?
- Sind der Geruchs- und Geschmackssinn beeinträchtigt?
- Welche Einflüsse wirken sich günstig oder auch ungünstig auf Ihre Beschwerden aus? Hat die Tageszeit einen Einfluss? Macht die frische Luft im Freien einen Unterschied zu warmer Zimmerluft? Gibt es Auslöser für einen Niesreiz?
- Gibt es Beschwerden, die Ihren Schnupfen womöglich begleiten, beispielsweise Kopfschmerzen, Husten, Fieber, Abgeschlagenheit?
- Darüber hinaus möchte der Homöopath auch alle weiteren Beschwerden erfahren, die mit dem Schnupfen verbunden sind. Er möchte von Ihnen wissen, ob beispielsweise die Verdauung, der Appetit oder Durst verändert sind, wie Ihr Energiehaushalt ist, ob Sie unter verstärktem Schwitzen leiden und so weiter.
Dazu kommen die objektiven Befunde, die man bei der Untersuchung erhebt. All dies zusammen ergibt das vollständige Krankheitsbild, anhand dessen der Homöopath eine passende Arznei auswählt. Nach dem Selbstverständnis der Homöopathie ist es Ziel der homöopathischen Behandlung, den erkrankten Organismus bei der Selbstheilung zu unterstützen und so die Beschwerden zu lindern.
Nutzen Sie unseren Selbstbeobachtungsbogen und vermerken Sie darauf schnell und einfach Ihre Beschwerden. So kann Ihr Gesundheitsexperte das individuell passende Mittel noch besser finden. Und Sie sind perfekt fürs Gespräch in der Apotheke, beim Arzt oder Heilpraktiker vorbereitet.
Stefan Reis
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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Was hilft am besten gegen Schnupfen?
- In akuten und unkomplizierten Fällen reicht es meist, für ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu sorgen, damit das Sekret nicht zu zäh wird.
- Wenn nötig, wirken Dampfbäder oder Nasenspülungen lindernd.
- Kräutertees oder auch einige pflanzliche Wirkstoffe wirken schleimverflüssigend. Zusammen mit angemessener körperlicher Schonung sollten die Symptome nach wenigen Tagen, spätestens nach ein bis zwei Wochen abgeklungen sein.
- Auch die konventionelle Medizin kennt Wirkstoffe, die den Schleim verflüssigen.
- Einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt auch hier die Homöopathie. Je nach individueller Symptomatik wählt der Homöopath ein möglichst genau passendes Arzneimittel aus. Dabei berücksichtigt er auch etwaige Ursachen für den Schnupfen sowie mögliche parallel bestehende Beschwerden. Nebenwirkungen, wie sie bei konventioneller Behandlung öfter auftreten, sind hierbei kaum zu erwarten.
Das für Sie individuell passende Mittel finden
In der Homöopathie wird die Mittelauswahl so genau wie möglich auf den individuellen Menschen und seine jeweilige Gesundheitssituation abgestimmt. Fundiert homöopathisch ausgebildete Fachkräfte beraten Sie optimal und können auch auf Möglichkeiten und Grenzen bei der Behandlung hinweisen.
Aufgrund der großen Bandbreite an homöopathischen Mitteln sowie der traditionellen, erfahrungserprobten Anwendungsgebiete der einzelnen Mittel (oft ein gutes Dutzend oder mehr) macht eine pauschale Nennung nur eines Mittels oder Anwendungsgebietes bei der entsprechenden Indikation wenig Sinn.
Nutzen Sie die Therapievielfalt und das Fachwissen Ihrer Gesundheitsexperten: Fragen Sie Ihre naturheilkundlich orientierte Ärztin, Ihren Heilpraktiker oder Ihren Apotheker nach der für Sie passenden Behandlung von Arthritis mit Homöopathie!
Markus Wiesenauer
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Dr. Markus Wiesenauer ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie, Naturheilverfahren und Umweltmedizin und namhafter Autor zahlreicher Sach- und Fachbücher zum Thema Homöopathie.
Schnupfen tritt bei Kindern wie bei auch Erwachsene selten isoliert auf. Meist ist er Begleiter einer Erkältung, die durch eine virale Infektion von Nase und Rachen verursacht wird. Mit naturheilkundlichen Methoden wie homöopathischen Arzneimitteln lässt sich der Heilungsprozess erfolgreich unterstützen.
Typische Symptome
Bei Schnupfen entzündet sich die Nasenschleimhaut, die die Nasenhöhlen innen auskleidet. Sie schwillt an, wird wund und sondert ein Sekret ab (wässrig bis eitrig). Der Schleim, der den Kleinen oft sichtbar aus der Nase läuft, ist zwar lästig, dient aber dem sinnvollen Zweck, die Viren und andere Erreger aus dem Körper zu befördern. Kleinkinder und Kinder im Vorschulalter können häufig (etwa 6- bis 8-mal im Jahr) an Schnupfen oder Erkältung erkranken – im Normalfall ist das keine ernste Angelegenheit. Allerdings kann die kindliche „Schnupfennase“ verschiedene Ursachen haben, eine einfache Erkältung, eine Allergie oder sogar eine ernsthafte Infektion der Nasennebenhöhlen. Es ist nicht immer leicht, die möglichen Ursachen voneinander zu unterscheiden. Wichtig ist, die Nase möglichst offen zu halten. Wird der Schleim bei einem Schnupfen zäh, stockt auch der Schleimabfluss. Das kann zu einem Schleimrückstau im Tränenkanal führen mit der Folge einer Bindehautentzündung. Genauso kann durch den zähen Schleim die Eustachische Röhre zwischen Nase und Ohr verstopfen und zu einer Ohrenentzündung führen; ebenso können die Nasennebenhöhlen betroffen sein. Eine dauerhaft verstopfte Nase kann Ohren, Gehör und Sprachentwicklung eines Kindes beeinträchtigen.
Wie gefährlich ist Schnupfen für das Baby?
Kinder leiden gehörig unter Schnupfen, insbesondere Säuglinge. Je jünger das Kind, desto mehr hat es dann Schwierigkeiten beim Saugen und Trinken. Das Atmen fällt schwer, der Geruchssinn ist beeinträchtigt. Die Kleinen schlafen schlecht, sind unruhig und benötigen besondere Zuwendung. Schnupfen an sich ist aber harmlos und geht vorüber. Es ist jedoch wichtig, ihn diagnostisch von ernsthafteren Krankheiten zu unterscheiden und möglichst zu verhindern, dass die Infektion sich auf andere Organe einschließlich Bronchien ausweitet.
Ein Baby kann sich nicht selbst die Nase putzen. Mit einem Nasensauger können Sie den Schleim entfernen und dem kleinen Schatz das Atmen erleichtern.
Wie unterstützen Sie ihr Kind?
- Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Bieten Sie etwas zu trinken an, dass es gerne mag und das gesund ist. So wird das Nasensekret flüssig gehalten und eine Verstopfung der Nase verhindert. Bei verstopfter Nase bleiben die Keime länger im Körper.
- Natürlich fördert erholsamer, ausreichender Schlaf die Gesundung. Einfacher Trick für leichteres Atmen: Erhöhen Sie das Kopfende des Kinderbettes mit einem Keilkissen oder einer gefalteten Decke unter der Matratze.
- Neben Ruhe sorgt ein Luftbefeuchter im Zimmer der Kleinen für erleichtertes Atmen und eine Minderung der Schnupfensymptome.
- Tagsüber kann man gute Luft draußen schnappen. Sofern Ihr Zwerg kein Fieber hat und warm eingepackt ist, können Sie ruhig mit ihm rausgehen (körperliche Anstrengung meiden).
- Nase reinigen will gelernt sein: Nach neuen Erkenntnissen ist Schnäuzen (doch) besser als Hochziehen, denn beim Hochziehen landen Keime zwangsläufig auch in Rachen und Lunge. Wichtig: Nicht prusten, sondern sanft schnäuzen.
- Kleine und kleinste Kinder können sich die Nase noch nicht richtig putzen. Einige wenige Tropfen physiologische Kochsalzlösung helfen (einbringen mit der Pipette), die Nase zu reinigen beziehungsweise frei zu halten.
- Bei Babys wirkt Muttermilch abschwellend auf die Schleimhäute. Ältere Kinder können bereits mit dem Inhaliergerät umgehen und sich so freiere Atemwege verschaffen. Über die richtige Anwendung informiert Sie Ihr Arzt.
- Wundgeschnäuzte Näschen freuen sich über liebevoll aufgetragene Ringelblumensalbe.
Mama kann beim Nasenputzen helfen: Dafür das Taschentuch an die Nase halten, während das Kind schnäuzt.
Behandlung durch den Kinderarzt
Wenn Schnupfen bzw. Erkältung innerhalb von 1 bis 2 Wochen von selbst abklingen, ist ein Arztbesuch meist nicht notwendig. Manchmal jedoch können sich die Viren ausbreiten. Gehen Sie auf jeden Fall zum Kinderarzt ihres Vertrauens, wenn:
- die Beschwerden nach einer Woche immer noch vorhanden sind
- Ihr Kind nicht oder schlecht trinkt
- leichtes Fieber schnell ansteigt oder wenn Ihr Kind länger als 2 Tage Fieber hat und Fieber senkende Hausmittel (Wadenwickel) die Temperatur nicht senken können
- Ihr Kind über Ohrenschmerzen klagt
- sich eine Augenentzündung anbahnt
- Anzeichen für Atembeschwerden vorhanden sind (sichtbar verstärkte Atemtätigkeit)
- Ihr Kind Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit hat
Mehr Wissen
Erkältungsviren begleiten uns mit jahreszeitlichem Schwerpunkt; sie sind aber jederzeit und überall zu finden. Auch bei bester Immunlage können wir uns niemals perfekt gegen sie schützen.
Weil Schnupfen eine der häufigsten Erkrankungen ist, sind Medikamente dagegen in jeder Hausapotheke oft zahlreich vorhanden (meist für Erwachsene). Widerstehen Sie dringend der Versuchung, solche Medikamente ohne ärztliche Rücksprache bei Kindern oder Babys einzusetzen. Beispielsweise können bestimmte abschwellende Mittel, Antihistaminika und Hustenmittel für Kinder und Babys schädlich sein. Auch der Einsatz fiebersenkender Mittel ohne ärztlichen Rat kann problematisch sein. Übrigens: Schnupfen wird meist durch Viren und nicht durch Bakterien verursacht. Antibiotika sind daher selten die passende Wahl und sollten nur nach ärztlicher Abklärung eingenommen werden.
Das sagt Hebamme Erzsébet Reisinger zur Behandlung von Schnupfen bei Babys und Kleinkindern
Erzsébet Reisinger
·
Erzsébet Reisinger ist Hebamme und Heilpraktikerin mit eigener Praxis, gibt Seminare für Hebammen und ist als Sachbuch-Autorin tätig.
Babys können aus verschiedenen Gründen eine verstopfte Nase haben. Schnupfen ist einer davon, ein anderer ist langanhaltendes Weinen. Dann bekommen sie schwer Luft, leiden sichtbar und sind nörgelig. Stillen und Trinken können zur Geduldsprobe werden. Ist die Nase zu, muss das Baby ständig unterbrechen, um Luft zu holen. Babys können aber schlucken und atmen gleichzeitig (wir nicht mehr), und daher ist das Trinken bei verstopfter Nase zwar erschwert, aber möglich. Klar, dass es dann nicht besonders gut gelaunt ist und dass Eltern mitleiden.
Eine große Befürchtung mancher Eltern ist: Können Babys an Schnupfen ersticken? Keine Panik – wenn die Nase zu ist, atmen sie durch den Mund weiter, auch wenn ihnen das noch schwerfällt. Mit ein paar Tricks und Hausmitteln können Sie Ihr Baby aber beim Gesundwerden unterstützen.
Ein echter Schnupfen ist meist durch eine virale Infektion der Nase und des Rachens bedingt. Neben der verstopften oder laufenden Nase wird er begleitet von einem allgemeinen Unwohlsein, bisweilen einem leichten Fieber. Säuglinge haben noch den Nestschutz, bilden dann erst nach und nach ihr eigenes, schlagkräftiges Immunsystem aus. Dazu muss ihr Immunsystem zuerst die häufigsten Keime kennen und abwehren lernen – auch Erkältungsviren. Weil die überall sind, kann jedes Baby (leider auch in kurzen Abständen und mehrfach pro Jahr) von ihnen heimgesucht werden. Triefnase und Schnupfen gehören sozusagen zur Begleitmusik einer gesunden Immunentwicklung. Der Schnupfen-Spuk sollte nach einer, spätestens nach zwei Wochen wieder vorbei sein. Sie brauchen also etwas Geduld.
Wenn ein Baby Schnupfen hat, braucht es viel Ruhe, Wärme, reichlich Flüssigkeit und frische Luft.
- Neben Ruhe (und elterlicher Gelassenheit) achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr, denn es ist wichtig, das Nasensekret flüssig zu halten.
- Unterstützen Sie sein Atmen mit sauberer, feuchter Luft: Warm einmummeln und spazierengehen, im Haus einen Befeuchter für die Raumluft.
- Versuchen Sie sanft, seine Nasenlöcher offenzuhalten. Hier kann es helfen, mit der Pipette einige Tropfen physiologische Kochsalzlösung einzuträufeln (auch Muttermilch wirkt abschwellend) oder das Näschen mit einem Nasensauger zu reinigen. Klar, dass Sie dabei achtsam und vorsichtiges vorgehen.
- Das Kopfende des Babybettchens etwas zu erhöhen, hilft ihm ebenfalls beim Atmen.
- Die Genesung Ihres Babys können Sie (abhängig von den begleitenden Symptomen) mit homöopathischen Arzneimitteln und bewährten Hausmitteln unterstützen.
- Holen Sie immer ärztlichen Rat ein, wenn Ihr Kleines erhöhte Temperatur hat oder wenn Sie bei ihm Ohrenschmerzen vermuten, wenn es anhaltend grünlichen Nasenausfluss hat oder wenn sich Atemprobleme zeigen. Bitte nehmen Sie auf jeden Fall Abstand von Selbstmedikation mit Medikamenten für Erwachsene (etwa Antihistaminika oder fiebersenkende Mittel) ohne Rücksprache mit Ihrem Kinderarzt oder Heilpraktiker. Diese Medikamente sind für Babys und Säuglinge keinesfalls geeignet.
Hartmut Pensel
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Hartmut Pensel ist Fachapotheker für Allgemeinpharmazie, Schwerpunkt Diabetes, Homoöpathie und Naturheilverfahren, Heilpraktiker und Experte in biologischer Medizin (Universität Mailand). Er ist Eigentümer von vier Apotheken in Lichtenfels und Bad Staffelstein.
Schnupfen ist ein häufiges Symptom einer viralen Erkrankung, der Körper kann das meist selbst regeln. Sie können dazu beitragen, den natürlichen Heilungsprozess zu unterstützen und die Symptome zu lindern. Aber was hilft sofort gegen Schnupfen? Welche Hausmittel helfen bei Schnupfen? Fachapotheker Hartmut Pensel hat wertvolle Tipps für Sie parat.
Vorbeugen
Damit es Sie nicht erwischt, können Sie folgende Maßnahmen ergreifen:
- Immunsystem stärken mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Probiotika (Naturjoghurt oder andere Sauermilchprodukte) und regelmäßiger Bewegung an frischer Luft
- Räume mehrmals täglich lüften
- Händewaschen
- tägliche Nasendusche mit einer isotonischen Salzwasserlösung. Das befeuchtet die Schleimhäute.
- Stress vermeiden oder abbauen mit Entspannungsübungen
Tipps bei Schnupfen
Abwehrkräfte zusätzlich stärken
Helfen Sie Ihrer natürlichen Immunabwehr, sich gut gegen die Viren zu wehren, indem Sie zum Beispiel die Vitamine D und C, Zink und Echinacea einnehmen. Ihr Apotheker berät Sie da gerne ganz individuell.
Nase befreien
Machen Sie Nasenspülungen mit einer physiologischen Kochsalzlösung oder greifen Sie zu einem Nasenspray mit Meersalzlösung.
Inhalieren
Erwachsene können über Wasserdampf inhalieren, dem Sie ein paar Tropfen ätherisches Latschenkiefer- oder Eukalyptusöl zugegeben haben.
Raumluft verbessern
Achten Sie auch eine gut befeuchtete Raumluft, lüften Sie ausreichend, legen Sie zum Beispiel ein nasses Handtuch auf die Heizung.
Wann zum Arzt?
Im 1. Lebensjahr sollten Sie mit Ihrem Kleinkind auch bei Schnupfen lieber einmal bei Ihrem Kinderarzt vorstellig werden. Kinder und Erwachsene, bei denen sich ein Schnupfen immer wieder einstellt, sollten ebenfalls zum Arzt. Das gilt auch, wenn sich der Infekt hartnäckig über Wochen hält oder sich Atembeschwerden einstellen.
Dr. Joachim Mayer-Brix: Homöopathie in der HNO Heilkunde, Unimedia Verlag 2022
(*) Universität Yale: https://medicine.yale.edu/lab/iwasaki/projects/cold/
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