Husten: Wie Homöopathie die Beschwerden lindern kann
Autorin
Alexandra Kuhn
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Heilpraktikerin und Homöopathie-Expertin bei der Deutsche Homöopathie-Union (DHU), tätig im Team Medizin und Wissenschaft.
Anfangs spürt Philipp nur ein Kratzen im Hals und muss gelegentlich husten. Nicht so schlimm, der Husten wird schon von alleine wieder verschwinden, denkt er. Doch als die Beschwerden stärker werden, kommen ihm Bedenken. Husten ist zwar keine eigenständige Erkrankung, dennoch sollte er nicht unterschätzt werden. Wir geben Ihnen hier die wichtigsten Informationen zum Thema Husten und haben Experten-Tipps sowie Behandlungsmöglichkeiten für Sie zusammengetragen. Außerdem beantworten wir häufig gestellte Fragen wie zum Beispiel: Wann sollte ich zum Arzt gehen? Was tun, wenn mein Kind häufig hustet? Und hilft Homöopathie bei Husten?
Jeder kennt das: Trockene Raumluft, ein ungünstig verschlucktes Stück Brotrinde oder langes Sprechen – schon reagiert der Körper mit Husten. Eigentlich ist er ein Schutzmechanismus. Denn: Beim Husten wird mit hoher Geschwindigkeit Luft ausgestoßen und so Fremdkörper, Staub oder Schleim aus den Atemwegen entfernt. Husten kann sehr anstrengend sein und bei geschwächten Menschen oder bei Kindern leicht zur Erschöpfung, manchmal sogar zu Brechreiz führen.
Es gibt viele unterschiedliche Ausprägungen von Husten: akut oder chronisch, bellend, keuchend, ganztägig oder zu bestimmten Tageszeiten, schmerzhaft und quälend nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel. Er kann trocken (trockener Reizhusten) sein oder Schleim produzieren. Husten ist keine eigenständige Erkrankung, sondern Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung.
Akuter Husten dauert bis zu acht Wochen. Häufigste Ursache ist eine Infektion mit Erkältungsviren. Aber auch Allergien, das Einatmen von Staub, Rauch oder kalter Luft oder eine Lungenerkrankung können akuten Husten auslösen. Dauert der Husten länger als acht Wochen, bezeichnet man ihn als chronischen Husten.
Ein Husten kann anstrengend und quälend sein. Der häufigste Auslöser sind Erkältungsviren.
Je nach zugrundeliegender Erkrankung ist der Husten unterschiedlich ausgeprägt. Oft tritt zuerst ein trockener Reizhusten auf wie bei einer Bronchitis, einer Erkältung oder einer Grippe. Nach einigen Tagen produzieren die Atemwege vermehrt Sekret und es entwickelt sich ein produktiver Husten mit Auswurf. Dieser kann sich abhängig von der auslösenden Erkrankung in der Farbe unterscheiden. Ist er bei einem chronischen Husten oder bei Asthma weißlich-glasig, kann er bei einer Pilzerkrankung oder bei Tuberkulose eher grau sein. Gelber bis grünlicher Auswurf ist ein möglicher Hinweis auf eine bakterielle Infektion. Dunkle Verfärbungen treten eher bei Rauchern auf.
Oft geben auch die begleitenden Symptome Hinweise auf die auslösende Erkrankung. Begleitsymptome wie Schnupfen, Fieber, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden sind typische Anzeichen eines grippalen Infekts, des häufigsten Auslösers von Husten, während Augenjucken und ständiges Niesen eher auf eine Allergie hinweisen.
Bei Husten kann man den Körper sehr gut mit homöopathischen Arzneimitteln unterstützen. Auch Reizhusten kann homöopathisch behandelt werden.
Was kann Husten verursachen? Es gibt kaum eine Atemwegserkrankung ohne Husten, entsprechend vielfältig sind die Ursachen. Die häufigste ist ein grippaler Infekt, also eine Virusinfektion der oberen Atemwege.
Auch eine echte Grippe (Influenza) löst zunächst einen trockenen Reizhusten aus, der dann in Husten mit zähem Schleimauswurf übergeht. Einen ähnlichen Verlauf beobachtet man bei einer Bronchitis, einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung sowie einer Lungen- oder Rippenfellentzündung. Weitere Infektionen der oberen Atemwege wie Keuchhusten, Diphtherie, Pseudokrupp und Tuberkulose lösen teilweise heftigen Husten aus.
Ebenso können Lungenerkrankungen wie beispielsweise Asthma (Asthma bronchiale) oder eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) Ursachen für Husten sein.
Auch Allergien (zum Beispiel gegen Schimmel, Nahrungsmittel, Pollen oder Hausstaubmilben), das Verschlucken von Fremdkörpern oder Einatmen von Reizgasen oder Staub, Mukoviszidose, Herzschwäche sowie eine Refluxkrankheit können Husten auslösen.
Reizhusten kann auch eine Nebenwirkung von Medikamenten sein, beispielsweise von ACE-Hemmern und Betablockern. Manchmal hat Husten auch psychische Ursachen oder ist stressbedingt.
So entsteht Husten: Wenn die Atemwege gereizt werden, sendet das Atemzentrum im Gehirn Signale an die Atemmuskulatur. Die Bauch- und Zwischenrippenmuskeln ziehen sich zusammen, Kehldeckel und Stimmbänder öffnen sich ruckartig, sodass die Luft unter Druck aus den Atemwegen gepresst wird.
Ulf Riker
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Dr. med. Ulf Riker ist Arzt für Innere Medizin mit den Zusatzbezeichnungen Homöopathie und Naturheilverfahren. Er ist Autor diverser Fachbücher zum Thema Homöopathie und 2. DZVhÄ-Vorsitzender sowie 1. Vorsitzender des LV Bayern.
Husten ist keine Krankheit, sondern lediglich ein Symptom, das bei verschiedenen Krankheitsbildern auftreten kann.
Die Untersuchung
Die Untersuchung beginnt immer mit der Anamnese: Seit wann besteht der Husten? Ist er mit Atemnot verbunden? Ist der Husten trocken oder löst sich Schleim? Besteht zusätzlich Fieber? Gibt es Begleitsymptome wie Nachtschweiß, Würgen oder Erbrechen beim Husten oder unwillkürlichen Urinabgang? Handelt es sich um ein akutes Geschehen oder bestehen die Beschwerden schon über längere Zeit? Ist der Patient Raucher oder kommt er beruflich mit chemischen oder physikalischen Reizen in Berührung? Ist eine Neigung zu allergischen Reaktionen bekannt?
Die Diagnose
Erste diagnostische Aufschlüsse kann die Lokalisation des Hustenreizes geben: Sitzt der Reiz eher weiter oben im Kehlkopf, im Grübchen oberhalb des Brustbeines oder tiefer hinter dem Brustbein? Nächste Frage: Ist der Husten schmerzhaft? Wenn ja: Tut der Husten im Kehlkopf weh oder schmerzt der gesamte Brustkorb?
Ein Blick in den Rachen gibt Hinweise auf entzündliche Zeichen, zum Beispiel im Rahmen eines viralen Infektes. HNO-Ärzte können noch weiter „ums Eck“ schauen und den inneren Kehlkopf und die Stimmbänder beurteilen. Immer sollten auch die Lungen abgehört und bei allgemeinem Krankheitsgefühl auch Fieber gemessen werden.
Die häufigste Diagnose ist ein viraler Erkältungsinfekt, bei dem Husten oft ein Begleitsymptom ist. Meist ist der Husten in der ersten Phase solcher Erkältungen trocken, wird aber später produktiv mit lockerer oder zäher Schleimbildung.
Heftiger und meist würgender oder zum Brechreiz führender Husten lässt auch an Keuchhusten denken, der nicht nur als Kinderkrankheit, sondern auch bei Erwachsenen vorkommen kann. Wichtig zu wissen: Eine Immunität nach einer Impfung hält oft nur über ein paar Jahre!
Besteht ein Husten anhaltend über mehrere Wochen, dann sollte immer auch ein Röntgenbild der Lunge veranlasst werden. Gerade bei Rauchern kann ein chronischer Husten durch Reizung der Schleimhäute infolge toxischer Substanzen auf eine chronische Raucherbronchitis hinweisen.
Husten kann auch allergisch bedingt sein. Die Schleimhäute reagieren dann auf unterschiedlichste Allergene, wie zum Beispiel Pollen. Denken sollte man an diese Ursache vor allem dann, wenn in der Vorgeschichte ein Heuschnupfen oder eine allergische Hauterkrankung, zum Beispiel Neurodermitis, bestanden hat.
Um die Viren nicht im Raum zu verteilen, hustet man am besten in die Armbeuge.
Die Abgrenzung
Lässt sich ein Husten ursächlich nicht eindeutig zuordnen oder bleibt er therapieresistent, dann ist auch an eine weitere Diagnostik in einer entsprechenden Fachklinik beziehungsweise Fachabteilung zu denken. Unter Umständen ist eine Inspektion des Bronchialbaumes (Bronchoskopie) oder auch ein CT beziehungsweise Kernspintomogramm der Lungen notwendig.
Gerade bei älteren Menschen besteht nicht selten eine latente oder manifeste Herzschwäche, bei der sich das Venenblut vor dem insuffizienten Herzen in die Lunge zurückstaut und dort, vor allem im Liegen, einen sogenannten „Herzhusten“ auslöst. Die Ursache des Hustens liegt dann nicht primär in den Atemwegen, sondern am Herzen.
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Stefan Reis
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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Da es sich bei Husten um ein Symptom handelt, das im Zusammenhang mit sehr verschiedenen Erkrankungen auftreten kann, hängt der Verlauf des Hustens mit dem der Grunderkrankung zusammen.
Der Verlauf
Wie lange dauert ein Husten? Ein allergisch bedingter Husten kann sofort aufhören, wenn das auslösende Allergen beseitigt wird. Erkältungsbedingter Husten dagegen begleitet die Erkrankung oft während der gesamten Dauer und kann sogar noch bis zu zwei Wochen nach Abklingen der übrigen Symptome bestehen bleiben.
Viele Menschen leiden aber auch unter Husten, für den keine ursächliche Erkrankung gefunden werden kann. Womöglich sind äußere Einflüsse dafür verantwortlich, wie beispielsweise trockene Raumluft, kalte Luft im Freien, zu geringe Trinkmenge oder Überanstrengung der Stimme und der Atemwege. In diesen und ähnlich Fällen klingt der Husten nach wenigen Tagen in der Regel ab. Als Faustregel kann gelten: Husten, der länger als vier Wochen anhält, sollte Anlass dazu geben, einen Therapeuten aufzusuchen.
Die Prognose
Diese hängt ab von der Prognose der zugrundeliegenden Erkrankung.
Die Komplikationen
Wann wird Husten gefährlich? Ganz klar: Husten an sich führt selten zu Komplikationen. Allerdings können durch die beim Husten entstehende Druckerhöhung weitere Symptome auftreten: Etwa Kopfschmerzen, Nasenbluten, oder auch Harninkontinenz. Bei Asthmatikern kann starker Husten auf einen schweren Asthmaanfall hindeuten. Auch Fremdkörper in den Atemwegen lösen heftigen Husten aus. Sehr selten kommt es vor, dass anhaltender Husten zu einer kurzzeitigen Ohnmacht (Synkope) führt. Starker Husten kann zudem eine vorhandene Hernie (Eingeweidebruch) vergrößern oder zu einem Rippenbruch führen. Auf jeden Fall gilt: Husten in Verbindung mit Brustschmerzen, Atemnot, hohem Fieber oder dem Aushusten von größeren Blutmengen muss umgehend ärztlich abgeklärt werden.
Rechtlicher Hinweis: Heilpraktikern ist die Behandlung von meldepflichtigen Erkrankungen grundsätzlich nicht erlaubt. Sind beispielsweise COVID-19 oder „echter Krupphusten“ (Diphtherie) für den Husten verantwortlich, müssen Sie sich in ärztliche Behandlung begeben.
Husten natürlich behandeln: Bei der homöopathischen Therapie müssen die individuellen Symptome eines jeden Krankheitsfalles genau betrachtet werden, um eine dazu passende Arznei verordnen zu können. Dabei spielen die subjektiven Beschwerden die größte Rolle, die seitens des Behandlers möglichst detailliert erfragt werden.
Für die Wahl eines homöopathischen Arzneimittels ist beispielsweise die Beantwortung folgender Fragen wichtig:
- Handelt es sich um einen trocken Husten oder ist Auswurf vorhanden? Falls es Auswurf gibt: Welche Konsistenz hat dieser, wie ist die Farbe, wie der Geschmack?
- Wo genau wird der Hustenreiz verspürt, und wie fühlt sich das an?
- Welche Einflüsse lösen den Husten aus oder lindern ihn (frische Luft / Zimmerluft, Einatmen / Ausatmen, Reden / Singen / Lachen, Liegen / Umdrehen im Bett / Aufrichten, Bewegung / Ruhe, Trinken, Essen, psychische Faktoren etc.)?
- Ist der Husten schmerzhaft und falls ja: Welche Art Schmerzen löst er wo im Körper aus?
Darüber hinaus möchte der Homöopath erfahren, ob noch weitere Beschwerden mit dem Husten verbunden sind. Hierzu gehört auch die gesamte Symptomatik der Grunderkrankung sowie die psychische Verfassung.
Dazu kommen die objektiven Befunde, die man bei der Untersuchung erhebt. All dies zusammen ergibt das vollständige Krankheitsbild, anhand dessen der Homöopath eine passende Arznei auswählt. Nach dem Selbstverständnis der Homöopathie ist es Ziel der homöopathischen Behandlung, den erkrankten Organismus bei der Selbstheilung zu unterstützen und so die Beschwerden zu lindern.
Nutzen Sie unseren Selbstbeobachtungsbogen und vermerken Sie darauf schnell und einfach Ihre Beschwerden. So kann Ihr Gesundheitsexperte das individuell passende Mittel noch besser finden. Und Sie sind perfekt fürs Gespräch in der Apotheke, beim Arzt oder Heilpraktiker vorbereitet.
Stefan Reis
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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Was tun bei Husten? Die Behandlung richtet sich zunächst nach den womöglich bekannten Auslösern. Trockener Heizungsluft ist ebenso abzuhelfen wie einer zu geringen Trinkmenge. Zur Befeuchtung der Atemwege dienen auch Lutschpastillen. Bei allzu kalter Luft im Freien atmen Sie durch die Nase ein und schützen Sie sich mit einem Schal. Meiden Sie etwaige Allergene. Sprechen Sie Ihren Arzt auf mögliche Nebenwirkungen von Medikamenten an.
Der Einsatz von Arzneimitteln richtet sich nach der zugrunde liegenden Krankheit, aber auch nach der Art des Hustens. Verschiedene pflanzliche Arzneimittel, wie Thymian, Efeu oder Primelwurzel können lindernd wirken. Inhalationen, zum Beispiel mit Kochsalz, beruhigen die gereizten Schleimhäute. Zwiebelsaft, gegebenenfalls mit Honig gemischt, ist ein weiteres bewährtes Hausmittel. Auch Brustwickel können zum Einsatz kommen, beispielsweise um zähen Schleim zu lösen.
Husten hat die Funktion, Fremdkörper aus den unteren Atemwegen nach oben und so nach draußen zu befördern. Deshalb sollte mit Medikamenten, die den Hustenreiz unterdrücken, möglichst zurückhaltend umgegangen werden.
Wie hilft Homöopathie bei Husten? Eine homöopathische Behandlung des Hustens beziehungsweise der Grunderkrankung ist in den meisten Fällen eine gute Option. Was den Husten betrifft, sind für die Wahl eines geeigneten Arzneimittels folgende Fragen entscheidend:
- Handelt es sich um einen trockenen Husten oder ist Auswurf vorhanden? Falls es Auswurf gibt: Welche Konsistenz hat dieser, wie ist die Farbe, wie der Geschmack?
- Wo genau wird der Hustenreiz verspürt und wie fühlt sich das an?
- Welche Einflüsse lösen den Husten aus oder lindern ihn (freie Luft / Zimmerluft, Einatmen / Ausatmen, Reden / Singen / Lachen, Liegen / Umdrehen im Bett / Aufrichten, Bewegung / Ruhe, Trinken, Essen, psychische Faktoren etc.)?
- Ist der Husten schmerzhaft und falls ja: Welche Art Schmerzen löst er wo im Körper aus?
Darüber hinaus möchte der Homöopath erfahren, ob noch weitere Beschwerden mit dem Husten verbunden sind. Hierzu gehört auch die gesamte Symptomatik der Grunderkrankung.
Hat der Homöopath, gemeinsam mit dem Patienten, die vollständige Symptomatik herausgearbeitet, wählt er anhand dessen eine passende homöopathische Arznei, um den Organismus bei der Selbstregulation der Erkrankung zu unterstützen.
Das für Sie individuell passende Mittel finden
In der Homöopathie wird die Mittelauswahl so genau wie möglich auf den individuellen Menschen und seine jeweilige Gesundheitssituation abgestimmt. Fundiert homöopathisch ausgebildete Fachkräfte beraten Sie optimal und können auch auf Möglichkeiten und Grenzen bei der Behandlung hinweisen.
Aufgrund der großen Bandbreite an homöopathischen Mitteln sowie der traditionellen, erfahrungserprobten Anwendungsgebiete der einzelnen Mittel (oft ein gutes Dutzend oder mehr) macht eine pauschale Nennung nur eines Mittels oder Anwendungsgebietes bei der entsprechenden Indikation wenig Sinn.
Nutzen Sie die Therapievielfalt und das Fachwissen Ihrer Gesundheitsexperten: Fragen Sie Ihre naturheilkundlich orientierte Ärztin, Ihren Heilpraktiker oder Ihren Apotheker nach der für Sie passenden Behandlung von Bronchitis mit Homöopathie!
Markus Wiesenauer
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Dr. Markus Wiesenauer ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie, Naturheilverfahren und Umweltmedizin und namhafter Autor zahlreicher Sach- und Fachbücher zum Thema Homöopathie.
Husten ist ein Schutzreflex. Auf diese Weise befördert der Körper eingeatmete Partikel, Schleim oder Sekret aus den Luftwegen nach außen. Husten ist meistens Symptom einer Erkältung. Bei Babys äußert sich ein erkältungsbedingter Husten meist mit einem ungewöhnlichen Atemgeräusch. Außerdem ist die Atmung hörbar beschleunigt.
Bei frühzeitiger Behandlung eines erkältungsbedingten Hustens mit homöopathischen Arzneimitteln kann oftmals eine Ausbreitung des Infekts vermieden werden.
Typische Symptome
Am häufigsten tritt Husten zusammen mit weiteren Erkältungssymptomen auf wie zum Beispiel Schnupfen, Halsschmerzen und erhöhter Temperatur oder auch mit Ohrenschmerzen. Anfangs ist der Husten trocken, im weiteren Verlauf wird er von einem schleimigen Auswurf begleitet. Dieser kann weißlich oder gelblich verfärbt und mit regelrechten Hustenanfällen verbunden sein. In dieser Krankheitsphase husten viele Kinder auch während der Nacht. Bei Kleinkindern kommt als Problem hinzu, dass sie den Schleim noch nicht ausspucken können. Sie leiden nicht selten unter Übelkeit mit Erbrechen, weil ein Würgereiz ausgelöst wird.
Es gibt bellenden, rasselnden, trockenen oder feuchten Husten. Aus der Art, wie Kinder husten, lassen sich schon viele Rückschlüsse auf die Ursache ziehen.
Ein trockener Husten kann ein Anzeichen für eine beginnende Erkältung sein, wenn er mit weiteren Erkältungssymptomen einhergeht. In Verbindung mit einer erschwerten Atmung kann er auch phasenweise bei Asthma auftreten.
Anhaltender Husten und akute Luftnot ohne sonstige Erkältungszeichen („aus heiterem Himmel“) können Anzeichen für einen eingeatmeten Fremdkörper sein, der sofortige medizinische Hilfe erfordert.
Hört sich der Husten hart und bellend an, weist das auf einen Pseudokrupp hin. Bei dieser Virusinfektion tritt der Husten überwiegend nachts auf und wird von einem zischenden Geräusch bei der Einatmung begleitet. Für kleine Kinder kann ein Pseudokrupp gefährlich werden, weil die Schleimhäute am Kehlkopf und im oberen Teil der Luftröhre anschwellen und es zu akuter Atemnot kommen kann. Der Pseudokrupp-Husten kann oftmals bis zu vier Wochen andauern; er tritt meist in der herbstlichen Jahreszeit auf.
Wenn sich viel Schleim in der Lunge angesammelt hat, hört sich der Husten rasselnd an. Oft ist bei jedem Atemzug das Schleimrasseln hörbar. Vorsichtshalber sollte das Kind ärztlich untersucht werden, da es sich in dieser Krankheitsphase um eine Bronchitis oder Lungenentzündung handeln kann, was eine entsprechende Therapie erfordert.
Was tun, wenn mein Kind Husten hat?
Homöopathische Arzneimittel können bei Hustenreiz und Schleimbildung eingesetzt werden. Bei einem Pseudokrupp stehen verschiedene homöopathische Mittel zur Vorbeugung eines erneuten Anfalls am Tag und während der Nacht zur Auswahl. Bei einem Pseudokrupp-Anfall lässt Kälte die Atemwege abschwellen. Öffnen Sie das Fenster, damit Ihr Kind frische, kühle Luft einatmen kann. Auch kühle Getränke helfen, einen Anfall schnell zu beenden. Beruhigen Sie Ihr Kind, denn Angst kann die Symptome noch verschlimmern.
Außerdem können Sie Ihrem Kind mit ein paar bewährten Hausmitteln zusätzlich Linderung verschaffen. Ein feuchtes Raumklima wirkt gegen den Hustenreiz. Stellen Sie beispielsweise den Wäscheständer mit feuchter Wäsche in das Zimmer Ihres Kindes oder legen Sie feuchte Tücher auf die Heizung. Bei älteren Kindern wirken sich auch Inhalationen günstig aus.
Honig ist für Kinder ab einem Jahr das beste Hustenmittel. Er eignet sich als Zutat für selbstgemachte Hustensäfte wie zum Beispiel Zwiebelsaft. Hierfür eine rohe Zwiebel hacken und in einer Tasse mit einem Teelöffel Honig vermischen. Nach ein paar Stunden hat der Honig sich mit dem Saft der Zwiebel vermischt.
Warme Kartoffelumschläge können bei älteren Kindern zur Schleimlösung beitragen. Hierfür Kartoffeln abkochen, schälen und zerdrücken. Dann die Kartoffelmasse in ein Tuch einwickeln und auf Brust und Rücken legen; vorher die Wärme mit dem Handrücken testen.
Hustende Babys und Kinder brauchen viel Flüssigkeit. Es eignen sich zum Beispiel verdünnte Obstsäfte. Tees aus Thymian, Spitzwegerich, Isländisch Moos und Eibischwurzel wirken je nach Zusammensetzung schleimlösend, auswurfsfördernd, entzündungshemmend oder reizlindernd.
Frische, kühleLuft erleichtert dem Kind das Atmen bei einem Pseudokrupp-Anfall.
Behandlung durch den Arzt
Ein Arztbesuch ist unter folgenden Umständen notwendig, wenn:
- es sich um einen Säugling handelt
- Ihr Kind hoch fiebert
- der Erkältungshusten sich nach drei Tagen nicht bessert oder sich verschlechtert
- es dem Kind nach einer anfänglichen Besserung wieder schlechter geht
- Sie weitere Symptome, wie hörbare Atemgeräusche oder Atemnot, feststellen
- Bei plötzlichem Husten ohne Infektionszeichen sollte auch an einen eingeatmeten Fremdkörper gedacht werden.
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Das sagt Hebamme Erzsébet Reisinger zur Behandlung von Husten bei Babys und Kleinkindern
Erzsébet Reisinger
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Erzsébet Reisinger ist Hebamme und Heilpraktikerin mit eigener Praxis, gibt Seminare für Hebammen und ist als Sachbuch-Autorin tätig.
Der sogenannte Nestschutz bewahrt Babys in den ersten Lebensmonaten vor Erkältungen, die häufigste Ursache für Husten. Wenn der Mix aus Antikörpern langsam nachlässt, können Babys ihre erste Schniefnase und auch Husten bekommen. Oft sind es die Geschwisterchen, die die Erkältung aus dem Kindergarten mitbringen. In den meisten Fällen verläuft die Erkältung harmlos und ist spätestens nach einer Woche überstanden.
Was tun, wenn das Baby hustet?
Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, dann vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Kinderarzt.
Messen Sie regelmäßig Fieber und beobachten Sie die Atmung Ihres Babys. In den meisten Fällen verlaufen Erkältungen auch bei Babys mild. Homöopathische Arzneimittel können bei Husten eingesetzt werden. Fragen Sie Ihren Kinderarzt oder Heilpraktiker nach den passenden homöopathischen Arzneimitteln.
Ein feuchtes Raumklima beruhigt die angegriffenen Schleimhäute. Lüften Sie regelmäßig, stellen Sie eine Schale mit Wasser auf oder hängen Sie feuchte Wäsche in der Nähe des Babybettchens auf. Brusteinreibungen mit Thymian- und Myrrhesalbe erleichtern die Atmung noch zusätzlich. Viel trinken trägt außerdem dazu bei, dass sich der Schleim löst. Bieten Sie Ihrem Baby immer wieder zu trinken an. Abhusten oder ausspucken können Babys den Schleim noch nicht, die meisten verschlucken ihn. Er kann Übelkeit und einen Brechreiz auslösen. Lagern Sie deshalb Ihr Baby mit dem Kopfteil etwas höher. Auch die Seitenlage ist bei Husten günstiger.
Bei Husten heißt es: viel trinken! Die Flüssigkeit sorgt dafür, dass sich der Schleim besser lösen kann.
Silvia Renkl
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Fachapothekerin für Offizien-Pharmazie, Gesundheitsberatung, Naturheilverfahren und Homöopathie. Sie verfügt über das Zertifikat für „Angewandte Arzneipflanzenkunde in der Apotheke (IHK)“ und ist Darm-Fachberaterin aus Herdecke.
Vorbeugen
Generell trägt ein stabiles Immunsystem dazu bei, einem Husten vorzubeugen. Ein ausgewogener Speiseplan mit vielen Vitaminen, täglich viel frische Luft und ausreichend Bewegung – das hält die Abwehrkräfte fit. Schützen Sie Ihren Körper vor Unterkühlung und zu warmer und trockener Raumluft. Auch zu viel Stress belastet das Immunsystem.
In der Erkältungszeit kann es trotzdem jeden treffen. Husten ist oft die Folge eines „Etagenwechsels“ eines viralen Infektes, der sich seinen Weg von der Nase über Nebenhöhlen und Mittelohr zu den mittleren Atemwegen und schließlich in die Bronchien oder sogar in die Lunge bahnt. Der virale Infekt dauert etwa 10 bis 14 Tage. Der Husten kann jedoch auch bis zu acht Wochen andauern. Bei einer Dauer von mehr als acht Wochen wird von chronischem Husten gesprochen.
Tipps gegen Husten
Neben Symptom-lindernden Mitteln kann man durch wirksame Hausmittel den Heilungsvorgang unterstützen.
Teezubereitungen
Warmer Tee gehört zu den häufigsten Hausmitteln bei Erkältungshusten. Die Wärme sorgt dafür, dass der Schleim verflüssigt wird und dadurch leichter abgehustet werden kann. Zur Teezubereitung eignen sich am besten fertige oder in der Apotheke gemischte Kräutertees mit Thymian, Fenchel, Anis, Eibischkraut, Salbei und Spitzwegerich. Die richtige Zusammensetzung hängt davon ab, ob der Husten gelöst oder beruhigt werden soll. Thymian hat neben der hustenlösenden Eigenschaft eine entzündungshemmende Wirkung und kann auch für sich allein zubereitet werden. Den warmen Tee kann man mit einem guten Tannenhonig süßen. Allerdings sollte dann darauf geachtet werden, dass die Temperatur niedriger als 40° C ist, damit die heilenden Enzyme des Honigs nicht zerstört werden. Zudem ist hierbei zu beachten, dass Säuglinge im 1. Lebensjahr keinen Honig bekommen dürfen.
Hustensirup
Unter den Hausmitteln gibt es in vielen Familien verschiedene Rezepte zur Zubereitung eines Hustensirups.
Ein selbst zubereiteter Zwiebelsirup enthält wertvolle Inhaltsstoffe, die bei einem festsitzenden, quälenden Husten den Schleim lösen und das Abhusten erleichtern können. Dazu begießt man in einem verschließbaren, ofenfesten Glas zwei in Würfel zerkleinerte Zwiebeln mit Honig. Das verschlossene Glas bei mittlerer Wärme in den Backofen stellen, damit der Saft aus der Zwiebel austreten kann. Wenn ausreichend Saft entstanden ist, das Glas aus dem Backofen nehmen, die Zwiebelstückchen absieben und den fertigen Hustensaft dabei auffangen. Von dem Saft kann dreimal täglich ein Esslöffel genommen werden.
Einen anderen Sirup kann man auf ähnliche Weise mit einem ausgehöhlten, mit Rohrzucker befüllten Rettich herstellen.
Beide Säfte können durch ihre schwefelhaltigen Inhaltsstoffe entzündungshemmend wirken.
Ansteigende Fußbäder
Ansteigende Fußbäder unter Zugabe von Kochsalz, Thymian- oder Eukalyptusöl sorgen für eine bessere Durchblutung der Schleimhäute der oberen Atemwege. Ein Fußbad sollte schon bei den ersten Anzeichen einer Atemwegsinfektion gemacht werden. Vorsicht: Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krampfadern, Schwangere und Frauen während und unmittelbar vor der Menstruation sollten auf diese Anwendung verzichten.
Brustwickel
Warme Brustwickel mit Lavendelöl, Ingwerpulver, Quark oder Kartoffelbrei entfalten bei krampfartigem oder festsitzendem Husten eine lösende Wirkung. Zur richtigen Anwendung sind unbedingt die Anleitungen zu befolgen. Ihr Apotheker oder Therapeut kann Ihnen da weiterhelfen. Tipp: Einfach zu handhaben sind im Handel erhältliche wärmende Brustwickel aus Wachsölfolien mit Thymianöl.
Inhalationen
Inhalationen mit Kräutern oder ätherischen Ölen gehören zu den gängigen Hausmitteln, um die Atemwege zu befeuchten. Ab welchem Alter diese geeignet sind, dazu berät Sie Ihre Apotheke oder Therapeut. Sie können sie klassisch anwenden: Eine kleine Menge Erkältungssalbe oder etwas ätherisches Öl in einer großen Schüssel mit dampfendem Wasser auflösen. Kopf darüber halten, mit einem Handtuch leicht abdecken und die Dämpfe inhalieren. Mit Vernebelungsgeräten können Sie kochsalzhaltige Inhalationslösungen (erhältlich in Apotheken) sehr einfach einatmen. Die Inhalation von isotonischer physiologischer Kochsalzlösung unterstützt die Verflüssigung des Schleims und die Reinigungsfunktion der Schleimhäute und trägt damit zu einer verbesserten Immunabwehr bei.
Gutes Raumklima
In der Erkältungszeit ist es sinnvoll, für ein gutes Raumklima zu sorgen, indem man beispielsweise feuchte Handtücher auf der Heizung platziert. Oder stellen Sie einen Aromavernebler auf und geben Sie einige Tropfen reines Lavendelöl mit ins Wasser.
Zwiebeln werden bei Husten gerne als Hausmittel eingesetzt. Sie wirken antibakteriell, schleimlösend und entzündungshemmend.
Wann zum Arzt?
Husten ist häufig ein Symptom einer durch Viren ausgelösten Infektion der Atemwege und klingt in der Regel innerhalb von 2 Wochen von selbst ab. In seltenen Fällen können jedoch Bakterien einen schwereren Krankheitsverlauf verursachen, der dann vom Arzt behandelt werden muss. Wenn der Husten länger als 4 Wochen anhält, sollte ebenfalls fachlicher Rat eingeholt werden. Husten in Verbindung mit Brustschmerzen, Atemnot, hohem Fieber oder dem Aushusten von größeren Blutmengen muss umgehend ärztlich abgeklärt werden.
Interessantes über die Homöopathie
Hier finden Sie – übersichtlich nach Themen geordnet – eine Auswahl interessanter und informativer Ratgeber, deren Inhalte wir Ihnen ausführlich vorstellen.
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