Bronchitis: Wie Homöopathie die Beschwerden lindern kann
Autorin
Alexandra Kuhn
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Heilpraktikerin und Homöopathie-Expertin bei der Deutsche Homöopathie-Union (DHU), tätig im Team Medizin und Wissenschaft.
Es begann mit einem leichten Kratzen im Hals und lästigem Hustenreiz, der immer stärker wurde. Nun kann Monika schon seit zwei Nächten kaum schlafen: Dauernd muss sie husten, der ganze Brustkorb tut schon weh. Offenbar hat sie eine Bronchitis erwischt. Bei Husten greift sie sonst gern zu einem schleimlösenden Hustensaft. Doch ist dies bei einer Bronchitis die richtige Wahl? Hilft Homöopathie bei Bronchitis? Die Homöopathie kann sanfte Möglichkeiten bieten, die Beschwerden zu lindern. Doch woher kommt eine Bronchitis eigentlich? Was kann man insgesamt dagegen tun? Kann man einer Bronchitis vorbeugen? Und wenn ja: Wie? Wir haben Homöopathie-Experten um ihre fachliche Einschätzung gebeten. Heilpraktiker, Ärzte und Apotheker nehmen hier Stellung zur Bronchitis.
Es beginnt meist mit leichtem Husten, der sich immer stärker bemerkbar macht: Bei einer Bronchitis handelt es sich um eine Entzündung der Schleimhaut in den Bronchien, meist begleitet von vermehrter Schleimbildung. Das Abhusten des entzündlichen Schleims schmerzt und ist körperlich anstrengend.
Eine akute Bronchitis ist eine häufige Erkrankung der unteren Atemwege, bei der die Bronchien entzündet sind: Genaugenommen entzündet sich die Schleimhaut, mit der die Bronchien ausgekleidet sind. Die Entzündung ist eine Abwehrreaktion des Körpers.
Bei einer Bronchitis ist die Schleimhaut der Bronchien entzündet. Der zähflüssige Schleim, den eine Infektion mit Erkältungsviren verursacht, muss abgehustet werden – das tut weh und kostet Kraft.
Die Erreger sind in den allermeisten Fällen, in bis zu 90%, Erkältungsviren – weshalb die Behandlung mit Antibiotika in solchen Fällen nicht sinnvoll ist. Eine akute Bronchitis tritt deshalb meist zusammen mit anderen Erkältungsanzeichen wie Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederscherzen sowie Abgeschlagenheit auf.
Das typische Symptom einer akuten Bronchitis ist der Husten: In den ersten Tagen ist ein trockener Reizhusten charakteristisch. Danach bildet sich zähflüssiger Schleim, der abgehustet werden muss. Bis zum Auftreten der ersten Symptome dauert es etwa ein bis drei Tage. In dieser Zeit und etwa noch 12 Tage danach ist man ansteckend.
Eine akute Bronchitis ist in der Regel nicht gefährlich und heilt normalerweise nach etwa zwei Wochen ohne Folgeschäden von allein ab.
Bei einer chronischen Bronchitis ist der Husten dauerhaft und tritt vor allem morgens auf. Sie gilt auch als „Raucherkrankheit“, da Tabakrauch eine dauerhafte Entzündung der Bronchialschleimhaut verursacht. Eine chronische Bronchitis kann sich zu einer chronisch obstruktiven Bronchitis weiterentwickeln. Dabei verengen sich die Bronchien und es kommt zu Atemnot.
Was sind die Symptome einer Bronchitis? Die Symptome einer akuten Bronchitis treten meist zusammen mit anderen Erkältungsbeschwerden auf. Das erste Anzeichen für eine Bronchitis ist ein heftiger, trockener Reizhusten. „Trocken“ meint in diesem Zusammenhang, dass es beim Husten nicht zu schleimigem Auswurf kommt. Vor allem nachts ist der Hustenreiz besonders stark und verhindert nicht selten einen erholsamen Schlaf. Die heftigen Hustenattacken lösen oft Schmerzen der Bronchien aus, die vor allem hinter dem Brustbein zu spüren sind.
Nach ein paar Tagen kommt es zu einer vermehrten Schleimbildung in den Bronchien. Durch das Abhusten des zähflüssigen Schleims werden Erreger und abgestorbene Zellen aus dem Körper transportiert. Man spricht dann von „Auswurf“ und von „produktivem Husten“. Die Farbe des Schleims kann sich im Verlauf der Bronchitis verändern und ist weißlich bis grünlich.
Eine akute Bronchitis dauert meist zwei Wochen und heilt in der Regel von allein aus. Dieser Prozess kann durch sanfte Arzneimittel aus der Homöopathie unterstützt werden.
Wie bekommt man eine Bronchitis? Die Ursache einer Bronchitis ist in den allermeisten Fällen (bis zu 90 Prozent) eine Infektion mit Erkältungsviren, z. B. Influenza-, Rhino- und Adenoviren. Übertragen werden die Erreger durch Tröpfcheninfektion, beispielsweise beim Einatmen winziger virenhaltiger Tröpfchen, die infizierte Personen beim Husten, Niesen oder Sprechen ausstoßen. Mit der Atemluft gelangen die Erreger in die Bronchien und vermehren sich dort. Im Winter, wenn man sich vermehrt in geschlossenen und schlecht gelüfteten Räumen aufhält, ist die Ansteckungsgefahr besonders hoch.
Auch über eine sogenannte Schmierinfektion kann man sich anstecken: Die Erkältungsviren gelangen auf die Hände, beispielsweise durch Händeschütteln oder Berühren verunreinigter Gegenstände wie Treppengeländer, Türklinken und Tastaturen. Fasst man sich dann ins Gesicht, können die Viren über Mund, Nase und Augen in den Körper eindringen. Die beste Vorbeugung sowohl vor einer Virusinfektion als auch vor einer bakteriellen Infektion ist häufiges, gründliches Händewaschen.
In seltenen Fällen können auch Bakterien eine Bronchitis auslösen. Man spricht dann von einer bakteriellen Bronchitis. Sie tritt vor allem bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder vorgeschädigten Lungen, beispielweise bei Rauchern, auf.
Sehr selten kann eine akute Bronchitis durch eine gleichzeitige Infektion mit Viren und Bakterien (bakterielle Superinfektion), durch Pilze (vor allem bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem) oder durch eingeatmete Schadstoffe (Brandrauch oder Schadstoffe am Arbeitsplatz) verursacht werden.
Ulf Riker
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Dr. med. Ulf Riker ist Arzt für Innere Medizin mit den Zusatzbezeichnungen Homöopathie und Naturheilverfahren. Er ist Autor diverser Fachbücher zum Thema Homöopathie und 2. DZVhÄ-Vorsitzender sowie 1. Vorsitzender des LV Bayern.
Husten ist zwar lästig, aber ein wichtiger Schutzreflex unseres Körpers. Bronchialschleim hat die wichtige Funktion, unsere Atemwege zu reinigen und Krankheitserreger abzuwehren. Über den Hustenreflex wird der produzierte Schleim mitsamt Keimen (Bakterien, Viren) sowie Staub- oder Rußpartikeln ins Freie befördert. Die Schleimhaut kann außerdem überempfindlich (allergisch) reagieren, was dazu führt, dass die Bronchien enger gestellt werden. Dadurch wird der „Nachschub“ störender oder aggressiver Partikel gedrosselt.
Die Untersuchung
Die Untersuchung beginnt immer mit der Anamnese: Seit wann bestehen die Symptome Husten und evtl. Atemnot? Ist der Husten trocken oder löst sich Schleim? Besteht zusätzlich Fieber? Gibt es Begleitsymptome wie Nachtschweiß, Würgen oder Erbrechen beim Husten oder unwillkürlichen Urinabgang? Handelt es sich um ein akutes Geschehen oder bestehen die Beschwerden schon über längere Zeit (chronische Bronchitis)? Ist der Patient Raucher oder kommt er beruflich mit chemischen oder physikalischen Reizen in Berührung?
Wo spielt sich die entzündliche Reaktion der Schleimhäute ab, spielt eine allergische Begleitreaktion eine Rolle? Beim Abhören der Lunge zeigt sich, wo der Entzündungsherd ist und wie ausgedehnt die Schleimhäute in Mitleidenschaft gezogen sind.
Die Diagnose
Das Abhören der Lunge gibt Auskunft darüber, wo sich die entzündliche Reaktion der Schleimhäute abspielt und wie ausgedehnt der Prozess ist. Aber auch die Schleimmenge lässt sich abschätzen und die Frage klären, ob eine allergische Begleitreaktion eine Rolle spielt.
Ergänzen kann man die Diagnostik durch eine Blutuntersuchung (Ausprägung der Entzündungsreaktion, erhöhte Zahl weißer Blutkörperchen, Hinweise für Allergie) oder ein Röntgenbild der Lunge (Hat die Entzündungsreaktion auf das Lungengewebe übergegriffen, besteht also der Verdacht auf eine Lungenentzündung?).
Wenn zusätzlich Atemnot besteht, ist erhöhte Vorsicht geboten und unbedingt zeitnah ein Arzt zu konsultieren, der die Sauerstoffsättigung des Blutes bestimmen kann. In diesem Fall droht der Übergang der Schleimhautentzündung auf das umgebende Lungengewebe (Bronchopneumonie oder Pneumonie). Ein solcher Verlauf kann durch Viren und andere Keime, häufig aber bakteriell bedingt sein und erfordert sorgfältiges Abwägen, ob eine antibiotische Therapie erforderlich ist.
Untersuchung und Diagnose müssen also Klarheit schaffen, ob eine akute Bronchitis besteht, ob sie aus völliger Gesundheit heraus entstanden ist oder einen bereits geschwächten Organismus betrifft, ob es sich um eine chronische Form der Bronchitis handelt, ob eine allergische Komponente hinzukommt und ob der Übergang in eine Bronchopneumonie zu befürchten ist.
Ist eine homöopathische Behandlung erwünscht, dann wird die klinische Diagnostik ergänzt durch diagnostische Fragen, um eine Arznei zu identifizieren, die bestmöglich zum Symptombild des Kranken „passt“. Wie auch bei anderen Krankheitsbildern sind vor Allem die Modalitäten wichtig (z.B. wodurch wird der Husten positiv oder negativ beeinflusst, wann tritt er auf), aber auch Begleitsymptome (z.B. Augentränen beim Husten, Schwitzen oder Frieren, Heiserkeit, Blasenschwäche) oder eine plausible oder zeitnahe Ursache für das Krankwerden.
Die genannte Diagnostik dient der klinischen Einordnung der Krankheit. Ergänzende diagnostische Fragen helfen bei der Identifizierung einer passenden homöopathischen Arznei: Hier spielen subjektive Symptome ein Rolle, z.B. ob Schmerz und Entzündung eine Seitenbetonung haben, ob Schmerzen eine spezielle Ausstrahlung zum Ohr oder zum Zungengrund haben, ob das Schlucken von Warmem oder Kaltem, Festem oder Flüssigem den Schmerz verstärkt oder lindert, wie ggf. der Fieberverlauf ist, welche Begleitsymptome (z.B. Kopf- und Gliederschmerzen, Hitze oder Frieren) auffällig sind.
Die Abgrenzung
In Zeiten von Corona ist bei Husten immer auch an eine Sars-Cov2-Infektion zu denken. Es sollte daher ein Abstrichtest (PCR oder Antigen-Schnelltest) in Erwägung gezogen werden. Die Krankheit ist meldepflichtig.
Über unseren Expertenfinder finden Sie schnell Homöopathie-erfahrene Behandler und Apotheken in Ihrer Nähe.
Stefan Reis
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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Der Verlauf
Eine akute, meist auf einer Virusinfektion beruhende, Bronchitis klingt in der Regel nach spätestens zwei oder drei Wochen ab. In diesem Zeitraum können die Beschwerden allerdings sehr lästig und unangenehm sein. In der Regel beginnt die Bronchitis mit einem zunächst trockenen Reizhusten. In vielen Fällen geht der Bronchitis auch ein Schnupfen voraus oder tritt gleichzeitig auf. Wie bei anderen Infekten auch, ist die Körpertemperatur oft erhöht und allgemeines Unwohlsein stellt sich ein. Im Verlauf kommt es zur Schleimbildung in den Atemwegen, der beim Husten als Auswurf herausbefördert wird. Je nach Erreger und Stadium des Infekts ist dieser Auswurf mehr oder weniger leicht zu lösen. Er kann ungefärbt bis weißlich oder auch gelb bis grün sein.
Der Husten kann auch Schmerzen verursachen, die im Rachen oder hinter dem Brustbein sitzen oder auch im Bereich der Rippen verspürt werden. Der Schmerz kann von der Reizung der Schleimhäute herrühren, es kann sich nach langen und ausgeprägten Hustenphasen aber auch um eine Art Muskelkater der Brustmuskulatur oder sogar eine Rippenprellung handeln.
Die Prognose
So lästig eine akute Bronchitis oft ist, so harmlos ist diese Erkrankung meistens auch. Wenn aber zum Beispiel anhaltend hohes (über 39,5 °C) Fieber eintritt, sich starke Schmerzen beim Husten einstellen, Atemnot oder eine pfeifende Atmung auftreten, Blut im Auswurf sichtbar ist oder der Husten länger als sechs Wochen anhält, muss ein Behandler aufgesucht werden.
Die Komplikationen
Komplikationen sind bei einer akuten Bronchitis sehr selten. Leidet der Betroffene aber vorher schon unter Erkrankungen der Atemwege oder des Herz-Kreislaufsystems, können sich als Komplikationen zum Beispiel asthmatische Beschwerden, eine Lungen- oder Rippenfellentzündung oder auch Herzbeschwerden einstellen. In einigen wenigen Fällen klingt die akute Bronchitis nicht ab und es entwickelt sich daraus eine chronische Bronchitis. Bei Rauchern etwa ist das häufiger der Fall.
Rechtlicher Hinweis: Heilpraktikern ist die Behandlung von meldepflichtigen Erkrankungen grundsätzlich nicht erlaubt. Sind beispielsweise ein Scharlach oder eine Diphtherie für Halsschmerzen verantwortlich, die mit einer Bronchitis einhergehen können, müssen Sie sich in ärztliche Behandlung begeben.
Stefan Reis
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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Bronchitis natürlich behandeln: Bei der homöopathischen Therapie müssen die individuellen Symptome eines jeden Krankheitsfalles genau betrachtet werden, um eine dazu passende Arznei verordnen zu können. Eine große Rolle spielen dabei die subjektiven Beschwerden, die seitens des Behandlers möglichst detailliert erfragt werden.
Für die Wahl eines hilfreichen homöopathischen Arzneimittels ist beispielsweise die Beantwortung folgender Fragen wichtig:
- Wie war der bisherige Verlauf der Erkrankung? Gab es einen Auslöser?
- Haben Sie Husten? Ist dieser trocken, oder ist Auswurf vorhanden? Falls es Auswurf gibt: Welche Konsistenz hat dieser, wie ist die Farbe, wie der Geschmack?
- Wo genau wird der Hustenreiz verspürt und wie fühlt sich das an?
- Welche Einflüsse lösen den Husten aus oder lindern ihn (frische Luft / Zimmerluft, Einatmen/Ausatmen, Reden/Singen/Lachen, Liegen/Umdrehen im Bett/Aufrichten, Bewegung/Ruhe, Trinken, Essen, psychische Faktoren etc.)?
- Sind der Husten oder das Atmen schmerzhaft, und, falls ja: um welche Art von Schmerzen handelt es sich und wo werden sie verspürt?
- Besteht Luftnot und, falls ja, unter welchen Umständen?
- Haben Sie Fieber? Ist Ihr Allgemeinbefinden beeinträchtigt und, falls ja, in welcher Weise?
- Darüber hinaus möchte der Homöopath erfahren, ob noch weitere Beschwerden mit der Bronchitis verbunden sind. Hierzu gehören Symptome, die mit der Bronchitis auf den ersten Blick wenig zu tun haben, wie zum Beispiel ein gestörter Schlaf, veränderter Durst oder Appetit, Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen oder auch die psychische Verfassung.
Dazu kommen die objektiven Befunde, die man bei der Untersuchung erhebt. All dies zusammen ergibt das vollständige Krankheitsbild, anhand dessen der Homöopath eine passende Arznei auswählt. Nach dem Selbstverständnis der Homöopathie ist es Ziel der homöopathischen Behandlung, den erkrankten Organismus bei der Selbstheilung zu unterstützen und so die Beschwerden zu lindern.
Nutzen Sie unseren Selbstbeobachtungsbogen und vermerken Sie darauf schnell und einfach Ihre Beschwerden. So kann Ihr Gesundheitsexperte das individuell passende Mittel noch besser finden. Und Sie sind perfekt fürs Gespräch in der Apotheke, beim Arzt oder Heilpraktiker vorbereitet.
Ulf Riker
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Dr. med. Ulf Riker ist Arzt für Innere Medizin mit den Zusatzbezeichnungen Homöopathie und Naturheilverfahren. Er ist Autor diverser Fachbücher zum Thema Homöopathie und 2. DZVhÄ-Vorsitzender sowie 1. Vorsitzender des LV Bayern.
Eine unkomplizierte Bronchitis kann mit individuell ausgewählten homöopathischen Arzneien gut behandelt und meist auch abgekürzt werden. In vielen Fällen reichen auch altbewährte Hausmittel wie warme Brustwickel, die dazu beitragen, die Durchblutung in den Schleimhäuten zu intensivieren. Damit kommen auch mehr körpereigene Abwehrzellen an den Ort des Geschehens und helfen bei der Überwindung der Entzündung und ihrer Symptome.
Bei eher trockenem Husten kommen Pflanzenextrakte wie Eibisch oder Salbei in Frage, die man als Tee oder als Fertigarzneien anwenden kann. Ist der Husten festsitzend, kommen schleimlösende Pflanzen wie Thymian oder Linden- bzw. Holunderblüten zum Einsatz. Sehr hilfreich sind auch regelmäßige Inhalationen unter Zugabe der bereits genannten Pflanzenextrakte. Dabei ist aber zu beachten, dass ätherische Öle unter Umständen die Wirksamkeit homöopathischer Arzneien beeinträchtigen können.
Körperliche Ruhe, gute Raumbelüftung, eine ausreichende Trinkmenge (z.B. heißer Holundersaft), evtl. Zugabe von Vitamin C und D können den Organismus in seiner Selbstheilungskraft unterstützen. Dass man auf das Rauchen verzichten sollte, versteht sich von selbst.
Wenn die Hustensymptomatik sehr hartnäckig, evtl. mit Schmerzen im Kehlkopf oder in der Brust verbunden, ist, oder den Nachtschlaf stört, kommen unter ärztlicher Verordnung auch codeinhaltige Arzneien zum Einsatz. Bei Codein handelt es sich um ein mit Morphium verwandtes Arzneimittel, welches den Hustenreiz stillt. Dabei ist zu beachten, dass der Husten auch die sinnvolle Aufgabe hat, die innere Oberfläche der Atemwege von Schleim zu befreien. Bleibt der Schleim hingegen in den Bronchien stecken, dann bietet er auch einen Nährboden für Bakterien und es kann sich als Komplikation eine eitrige Bronchitis entwickeln, die dann unter ärztlicher Aufsicht auch den Einsatz von Antibiotika rechtfertigt. Meist sind Antibiotika bei unkomplizierten Verläufen aber gar nicht notwendig und sollten daher vermieden werden, um keine Resistenzentwicklung zu riskieren.
Sind die Beschwerden erst kürzlich entstanden und nicht allzu belastend, muss nicht sofort ein Arzt oder Heilpraktiker aufgesucht werden. Bewährt haben sich beispielsweise Hausmittel wie Kräutertees, Halswickel, Lutschtabletten (z.B. mit Salbei) oder auch Dampfbäder. Wichtig ist außerdem, auf eine ausreichende Trinkmenge zu achten und den Hals warm zu halten.
Die konventionelle Behandlung sieht bei bakteriellen Infektionen meist eine Antibiose (Einsatz und Behandlung mit Antibiotika) vor, während bei anders gearteten Krankheitsfällen symptomatisch behandelt wird. Man greift dann zu schmerzlindernden, abschwellenden, schleimverflüssigenden und fiebersenkenden Maßnahmen.
Das für Sie individuell passende Mittel finden
In der Homöopathie wird die Mittelauswahl so genau wie möglich auf den individuellen Menschen und seine jeweilige Gesundheitssituation abgestimmt. Fundiert homöopathisch ausgebildete Fachkräfte beraten Sie optimal und können auch auf Möglichkeiten und Grenzen bei der Behandlung hinweisen.
Aufgrund der großen Bandbreite an homöopathischen Mitteln sowie der traditionellen, erfahrungserprobten Anwendungsgebiete der einzelnen Mittel (oft ein gutes Dutzend oder mehr) macht eine pauschale Nennung nur eines Mittels oder Anwendungsgebietes bei der entsprechenden Indikation wenig Sinn.
Nutzen Sie die Therapievielfalt und das Fachwissen Ihrer Gesundheitsexperten: Fragen Sie Ihre naturheilkundlich orientierte Ärztin, Ihren Heilpraktiker oder Ihren Apotheker nach der für Sie passenden Behandlung von Bronchitis mit Homöopathie!
Markus Wiesenauer
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Dr. Markus Wiesenauer ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie, Naturheilverfahren und Umweltmedizin und namhafter Autor zahlreicher Sach- und Fachbücher zum Thema Homöopathie.
Die akute Bronchitis ist einer der häufigsten, virusbedingten Infekte der unteren Atemwege im Kindes- und Jugendalter. Kinder erkranken vor allem in den Herbst- und Wintermonaten. Bei frühzeitiger Behandlung eines erkältungsbedingten Hustens ist mit homöopathischen Arzneimitteln oftmals eine Ausbreitung des Infekts zu vermeiden.
Typische Symptome
Bei einer akuten Bronchitis entzündet sich die innere Auskleidung der Bronchien, die Bronchialschleimhaut. In den meisten Fällen wird die Entzündung durch Viren verursacht. Häufig entwickelt sich der Husten zusammen mit weiteren Erkältungssymptomen, wie Schnupfen, Halsschmerzen oder auch Ohrenschmerzen. Am Anfang sind die Symptome deshalb nur schwer von einer Erkältungskrankheit zu unterscheiden.
Der zunächst trockene Husten entwickelt sich im Verlauf der Erkrankung zu einem Husten mit schleimigem Auswurf. Er kann weißlich oder gelblich verfärbt sein und mit regelrechten Hustenanfällen verbunden sein. Nicht selten husten Kinder in dieser Krankheitsphase auch während der Nacht. Bei Kleinkindern kommt erschwerend hinzu, dass sie den Schleim nicht ausspucken, sondern schlucken. Dies kann zu Übelkeit mit Brechreiz führen, weil ein Würgereiz damit einhergeht.
Wenn bei der Atmung typische Rasselgeräuschen und bei der Ausatmung ein „Pfeifen“ auftreten, spricht man von einer obstruktiven Bronchitis. Vor allem bei jüngeren Kindern kann die Bronchialwand so stark gereizt sein, dass die darin eingelagerte Muskulatur zu verkrampfen beginnt. Die Symptomatik ähnelt einem Asthma, das auch häufig durch Infektionen getriggert wird. Hinweisend auf diese Verlaufsform sind das Lebensalter des Kindes, die anhaltenden Hustenanfälle sowie eine erhöhte Temperatur. Das Kind sieht schwer krank aus.
Eine akute Bronchitis kommt bei Babys praktisch nicht vor, aber bestimmte Erkältungsviren können eine obstruktive Bronchitis auslösen. Eine weitere Erkrankung im Säuglingsalter ist die akute Bronchiolitis. Zunächst ähnelt die Infektion einer Erkältung. Wenn sich das Immunsystem der Babys nur schlecht gegen die Viren durchsetzen kann, entzündet sich meist das ganze Bronchialsystem bis in die feinen Ästchen. Dies ist eine Gefahr für Babys, weil die Atemwege dann zuschwellen können. Atemnot, ein auffallend schnelles Atmen, Fieber, schlechtes Trinkverhalten, blasse Gesichtsfarbe und ein grau verfärbtes Munddreieck machen schnellste ärztliche Hilfe notwendig.
Was tun bei akuter Bronchitis?
Homöopathische Arzneimittel und bewährte Hausmittel können den Sekrettransport unterstützen und damit das Abhusten ermöglichen, gleichzeitig wirken sie gegen die Schleimhautentzündung.
Linderung können Sie Ihrem Kind mit einer feucht gehaltenen Raumluft verschaffen. Legen Sie feuchte Tücher auf die Heizung oder stellen Sie eine Wasserschale auf. Brustwickel, z. B. mit Quark, Zitronensaft oder zerdrückten warmen Pellkartoffeln wirken entkrampfend und schleimlösend. Viele Kinder mögen auch die anhaltend, wohlige Wärme, wenn die Brust mit einer Thymian- oder Myrrhesalbe eingerieben und anschließend mit einem Woll- oder Leinentuch umwickelt wird.
Sie sollten Ihrem Kind reichlich zu Trinken geben möglichst in kleineren Portionen, wie z. B. verdünnte Obstsäfte. Tees aus Thymian, Spitzwegerich, Isländisch Moos und Eibischwurzel wirken schleimlösend, auswurfsfördernd und entzündungshemmend. Zwiebelsaft und Honigmilch können ebenfalls den Husten lösen. Überhaupt ist ein Teelöffel Honig (bevorzugt dunkle Sorten) für Kinder ab 1 Jahr ein gutes Hustenmittel vor dem Zubettgehen.
Behandlung durch den Arzt
Ein Arztbesuch ist unter folgenden Umständen notwendig:
- wenn es sich um einen Säugling handelt,
- wenn Ihr Kind hoch fiebert,
- der Erkältungshusten sich nach drei Tagen nicht bessert oder sich verschlechtert,
- es dem Kind nach einer anfänglichen Besserung wieder schlechter geht,
- Sie weitere Symptome, wie hörbare Atemgeräusche oder Atemnot, feststellen.
- Bei plötzlichem Husten ohne Infektionszeichen sollte auch an einen eingeatmeten Fremdkörper gedacht werden.
Mehr Wissen
Eine chronische Bronchitis, wie sie bei Erwachsenen vorkommt, ist bei Kindern sehr selten. Hinter den Symptomen einer obstruktiven Bronchitis und einem chronischen Husten können sich bei Kindern auch andere Erkrankungen verbergen. Beobachten Sie Ihr Kind, wann es von Husten besonders geplagt wird. Ist es bei Anstrengung, während der Nacht oder gibt es andere Auslöser? Die Grenzen zwischen einer obstruktiven Bronchitis und einem Infektasthma sind oft fließend, auch kann sich dahinter ein allergisches Geschehen verbergen. Ein Lungenfunktionstest schafft Klarheit und bietet die große Chance, dass kindliches Asthma mit passenden Maßnahmen überwunden werden kann und nicht chronifiziert.
Das sagt Heilpraktiker Stefan Reis zur Behandlung von Bronchitis bei Babys und Kleinkindern
Stefan Reis
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Stefan Reis praktiziert seit 1987 als Heilpraktiker mit eigener Praxis. Er ist von der Stiftung Homöopathie-Zertifikat (SHZ) zertifizierter Therapeut, Dozent und Supervisor. Sein über Jahrzehnte erworbenes Wissen gibt er in seiner Homöopathieschule, in Seminaren und als (Mit-) Herausgeber von Fachliteratur weiter.
Selbstverständlich kann eine Bronchitis auch bei Babys und Kleinkindern homöopathisch behandelt werden. Da es gerade bei sehr jungen Kindern häufiger zu Spastiken der Atemwege kommt, sollte die Behandlung immer durch einen erfahrenen Therapeuten durchgeführt oder zumindest begleitet werden. Wenn dieser Ihr Kind untersuchen und die Atemwege abhören kann, trägt das mitunter auch zu größerer Gelassenheit auf Ihrer Seite bei. Übrigens: In der Regel sollte eine Arznei, wenn sie hilfreich ist, schon nach wenigen Stunden zu einer Besserung von Beschwerden führen – andernfalls wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Behandler.
Für die Wahl eines passenden Arzneimittels benötigt der Therapeut die möglichst detaillierte Schilderung der Symptome Ihres Kindes. Da kleine Kinder noch nicht in der Lage sind, ihre Symptome selbst zu beschreiben, liegt mehr Gewicht auf den Beobachtungen der Eltern und des Behandlers.
So kann man das Allgemeinbefinden des Kindes meist ganz gut einschätzen; auch sollte man regelmäßig die Temperatur kontrollieren. Achten Sie darauf, welche Einflüsse das Befinden Ihres Kindes ändern – zum Beispiel kühle Außen- oder warme Zimmerluft, Bewegung und Ruhe, Sprechen, tiefes Atmen und so weiter. Hat Ihr Kind Husten und, falls ja, wie ist er beschaffen? Gibt es Auswurf? Haben Sie den Eindruck, dass Ihr Kind Schmerzen hat? Fallen Ihnen weitere ungewohnte Veränderungen auf? Beispielsweise bezüglich des Appetits, des Durstes, des Schlafs, der Psyche? All das kann wichtig sein, um eine passende Arznei für Ihr Kind zu finden.
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Sabine Bäumer
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Sabine Bäumer ist Fachapothekerin für Allgemeinpharmazie, Homöopathie und Naturheilverfahren, Gesundheitsvorsorge und Prävention aus Karlsruhe.
Vorbeugen
Wer schon bei den ersten Anzeichen einer Erkältung aktiv wird und seine Körperabwehr und Atmung mit Ruhe, einer vitaminreichen Kost und Inhalationen stärkt, beugt auf diese Weise auch einer Bronchitis, also einer Entzündung der Schleimhaut in den Bronchien, vor. Auch allgemeine Hygienemaßnahmen, wie regelmäßiges Händewaschen und Abstand halten, können vor einem Infekt und einer durch die Vireninfektion ausgelösten Bronchitis schützen. Stellen sich aber doch Husten, Halsschmerzen und evtl. Fieber ein, können die Symptome mit bewährten Hausmitteln gelindert werden. Vorher gilt jedoch heutzutage immer: Machen Sie einen Antigen-Test, um einen Corona-Infekt auszuschließen. Aber es gibt noch genügend andere Viren und Bakterien, die für Probleme in den Atemwegen verantwortlich sein können.
Tipps bei Bronchitis
Ausreichend trinken
Die unteren Atemwege produzieren bei einer Bronchitis vermehrt Schleim – das ist ein wichtiger, natürlicher Abwehrmechanismus, den wir unterstützen sollten. Denn zusammen mit dem Sekret sollen Krankheitserreger abgehustet werden. Daher jetzt besonders viel trinken, am besten Heil-Tees. Ihr Apotheker kann Ihnen spezielle Hustentee-Mischungen empfehlen. Die Flüssigkeitszufuhr unterstützt eine Verflüssigung des Schleims, das Abhusten fällt leichter.
Ingwerwickel
Schleimlösend, entspannend und schmerzlindernd kann ein Ingwerwickel sein. Dazu 2 TL frisch geriebene in etwas Wasser anrühren und kurz quellen lassen. Dann ½ l heißes Wasser (ca. 75 Grad) dazugeben. Ein großes Baumwolltuch gut darin tränken, dann vorsichtig auswringen (Vorsicht, heiß!). Dieses Tuch auf die Brust legen und mit einem trockenen Handtuch fixieren. Im Bett gut zugedeckt 15 bis 30 Minuten ruhen.
Gutes Raumklima
Das Raumklima sollte nicht zu trocken sein. Regelmäßiges Stoßlüften oder feuchte Tücher, auf die Heizkörper gelegt, erhöhen die Luftfeuchtigkeit im Raum. Stellen Sie nachts im Schlafzimmer keine Heizung an. Die ideale Schlaftemperatur liegt bei unter 19° C!
Einreibungen
Auch die Brusteinreibung ist ein bewährtes Hausmittel bei Bronchitis. Verwenden Sie dazu z. B. verdünntes Latschenkiefer-, Eukalyptus- oder Thymianöl. In den Handflächen etwas anwärmen und mit streichenden Bewegungen auf Brust und Rücken verteilen. Dann ein warmes Shirt überziehen und gut zugedeckt mindestens 30 Minuten lang ruhen. Die ätherischen Öle tragen dazu bei, festsitzenden Schleim zu lösen und Hustenreiz zu lindern. Zwei- bis dreimal täglich wiederholen. Vorsicht: Hände danach gut waschen, das Öl sollte nicht in die Augen gelangen
Ingwer ist ein kleines Multitalent: Er mundet nicht nur in der asiatischen Küche und gibt Gerichten das exotische Etwas. Er ist auch ein Gesundheitsgarant, kann schleimlösend, entspannend oder schmerzlindernd wirken.
Wann zum Arzt?
Halten die Beschwerden länger als drei Tage an, stellen sich Atembeschwerden, Atemnot und Brustschmerzen ein, husten Sie Blut oder haben Sie bereits eine Vorerkrankung wie COPD, Asthma oder Herzschwäche, sollten Sie in jedem Fall einen Arzt zu Rate ziehen.
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